
Kontaktlinsen sind in aller Regel durchsichtige Kunsstoffschalen, die der Form der Hornhaut angepasst sind und auf dieser beweglich haften. In aller Regel werden Kontaktlinsen zum Ausgleich von Fehlsichtigkeiten verwendet, wenn das Tragen von Brillen nicht erwünscht wird. Gerade bei höherer Kurzsichtigkeit oder starken Unterschieden in der Sehkraft zwischen links und rechts sind Kontaktlinsen den Brillengläsern überlegen, da bei Brillen in diesne Fällen entweder starke Verzerrungen an den Rändern oder bei großer Seitendifferenz unterschiedlich große Bilder auf der Nezthaut entstehen, was das Gehirn nicht korrekt verarbeiten kann. In manchen Fällen können Kontaktlinsen auch zu therapeutischen Zwecken eingesetzt werden (z.B. beim sog. Keratokonus). Irisfarblinsen können angeborene oder durch Verletzungen entstandene Defekte der Iris abdecken. Nicht verwendet werden dürfen Kontaktlinsen wenn eine zu geringe Tränensektretion besteht oder wenn die berufliche Umgebung zu stark Staubbelastet ist. Die Blendempfindlichkeit nimmt durch Linsen zu, oft entsteht um Lichtquellen ein Haloeffekt, ein Lichthof um z.B. Straßenlaternen herum. Gerade ältere Menschen kommen manchmal mit den feinmotorischen Anforderungen zurecht.
In der Herstellung unterscheidet man zwischen weichen und harten Kontaklinsen. Harte Kontaktlinsen sind in aller Regel billiger als weiche, der Ausgleich des Sehfehlers aber technisch oft besser erreichbar. Harte Linsen halten etwa 4 Jahre, während weiche Linsen nach etwa eineinhalb Jahren entsorgt werden sollten. Die Verträglichkeit und die Eingewöhnungszeit von weichen Linsen sind hingegen wesentlich kürzer. Weiche Linsen können für etwa 12 Stunden getragen werden, harte ca. 8 Stunden lang. In der Pflege sind harte Linsen einfacher zu handhaben, während die Pflege bei weichen Kontaktlinsen oft aufwendiger ist. Das Fremdkörpergefühl ist bei weichen Linsen meist deutlich weniger, was wieder für die weiche Linse spricht. Es hängt also mehr von den verschiedenen Vorlieben und Anwendungsgebieten ab, als dass man eine klare Empfehlung geben könnte. Neuerdings gibt es auch sog. "halbharte" Kontaktlinsen, die laut Hersteller ununterbrochen bis zu vier Wochen im Auge belassen werden können.
Die Kontaktlinsen werden in der Regel nur tagsüber getragen und zur Nacht herausgenommen, um möglichst Probleme mit der Hygiene zu vermeiden. Dies gilt nach Ansicht von manchen Augenärzten auch für weiche Austauschlinsen ("Wegwerflinsen"), die laut Auskunft mancher Hersteller auch Nachts getragen werden können. Nur bei bestimmten medizinischen Speziallinsen ist ein Tragen während Tag und Nacht möglich und auch medizinisch angezeigt. Wichtig im Umgang mit Linsen ist vor allem eine ausreichende und adäquate Hygiene, ansonsten drohen schwere Augenentzündungen. Die Pflegesystem im Umgang mit Kontaktlinsen sind recht zahlreich, weshalb im Einzelfall immer genau die Produktinformation gelesen werden muss. Händewaschen im privaten Gebrauch und Händedesinfektion im Krankenhaus sind dringend anzuwenden. Zum Einsetzen der Kontaktlinse wird die Kontaktlinse mit Abspüllösung abgespült und mit der Wölbung nach unten auf die Fingerspitze aufgelegt. Die Lider werden danach gespreizt und die Kontaktlinse während des Heranführens ans Auge fixiert. Nach dem vorsichtigen Aufsetzen der Linse auf die Hornhaut wird zuerst das Oberlid danach das Unterlid losgelassen. Zur Entfernung einer harten Kontaktlinse werden die Augen weit geöffnet und die Lidhaut am seitlichen Augenwinkel mit zwei Fingern zur Seite gezogen. Die Kontaktlinse fällt dann in die aufgehaltene Hand. Eine weiche Kontaktlinse wird vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger direkt vom Auge entfernt. Es gilt: kein Linsenwechsel über dem Waschbecken sondern über einer Unterlage - sonst ist die Linse weg. Danach wird die Linse jeweils nach den Vorschriften des Pflegesystems gereinigt und in mit "links" und "rechts" beschrifteten Behälter aufbewahrt. Diese Behälter werden mit eine desinfezierenden Lösung - welche dem Pflegesystem beigelegt ist - aufgefüllt. Ist die Linse verrutsch, verspürt der Patient ein Fremdkörpergefühl. In einem solchen Fall sollte das Augenlid geschlossen werden und mit leichtem Druck auf das geschlossene Lid kann die Stellung des Lides wieder korrigiert werden.
Beim Schwimmen sollte die Haftschale nicht getragen werden, da sie im Wasser ihre Haftfähigkeit verliert. Kommt ein Pat. mit weichen Haftschalen ins Krankenhaus und wird diese herausgenommen, darf sie nicht in einen Tupfer gewickelt im Nachtkästchen versorgt werden. Kontaktlinsen brauchen ein feuchtes Milieu. Am günstigsten ist es, die Kontaktlinsen in Aqua bidestilata einzulegen.
Kontaktlinsen sind in ihrem Umgang nicht ganz unproblematisch. Bei zu langen Tragezeiten oder bei unsachgemäßer Pflege drohen schwere Schädigungen der Hornhaut und Infektionen. Eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle bei Kontaktlinsenträger ist zu empfehlen. Außerdem sollte man Kontaktlinsenträger empfehlen, immer auch eine Ersatzbrille - vor allem im Beruf und wenn eine starke Fehlsichtigkeit vorliegt - mit sich zu tragen.
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