
Definition.: Eine Kontraktur ist eine dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen und Bändern mit der Folge einer irreversiblen Bewegungseinschränkung und Versteifung eines Gelenkes.
In der Medizin wird der Begriff verwendet für eine dauernde Verkürzung oder Schrumpfung von Weichteilen, oder eine dauernde Fehlstellung eines Gelenkes mit Einschränkung der Gebrauchsfähigkeit. Unter Kontrakturenprophylaxe versteht man die Verhütung einer Gelenksfehlstellung
Bei einer Kontraktur kommt es typischer-weise zur Zwangshaltung von Gelenken zur schmerzhaften Bewegungseinschränkung und zu einem unharmonischer Bewegungsablauf. Der Patient ist nicht in der Lage, diese Zwangshaltung aufzuheben.
Bei einer Kontraktur kann man mehrere Dinge beschreiben:
Zur objektiven Beschreibungsmöglichkeit kann man die maximale Streckung (Extension) und maximale Beugung (Flexion) in Winkelgraden ausgedrücken.
Eine Kontraktur erkennt man vor allem an der Bewegungseinschränkung. Ein erkennbarer Widerstand bei Bewegungen ist ebenfalls ein typisches Zeichen einer Kontraktur. Bei der Durchbewegung kann es zum Auftreten von Schmerzen kommen. Das Gelenk zeigt eine pathologische Haltung, der Patient versucht meist gewisse Bewegungen zu vermeiden. Eine komplette Kontraktur zeigt eine (fast) totale Bewegungseinschränkung, das Gelenk kann nicht mehr bewegt werden.
Das Grundprinzip der Kontrakturprophylaxe besteht darin, die Funktion der Gelenke zu erhalten und in anatomisch richtiger Stellung zu halten. Dadurch werden Schmerzen, die durch die Bewegungseinschränkung entstanden sind gelindert.
Sachgemäße Lagerung in physiologischer Mittelstellung (wenn keine spezielle Lagerung verordnet ist) ist die erste Grundsäule der Kontrakturprophylaxe. Bewegung ist die zweite wichtige Säule in der Prophylaxe von Kontrakturen.
Die sachgemäße Lagerung kann geschehen mit Hilfe von Lagerungsmitteln wie Kissen, Rollen, Keile oder Schienen. Diese Lagerungshilfsmittel müssen jedoch, um Druckstellen zu vermeiden, sachgemäß angewandt werden. Daher muss eine regelmäßige Umlagerung der Extremitäten durchgeführt werden. Eine Knierolle z.B. wirkt einer Streckkontraktur des Kniegelenks entgegen. Wird eine Knierolle jedoch permanent angewendet und finden keine zusätzlichen Bewegungsmaßnahmen statt, so entsteht letztlich eine Beugekontraktur im Kniegelenk.
Eine Lagerung alleine kann deshalb einer Kontraktur nicht vorbeugen, sie unterstützt aber die physiologische Haltung und verhindert dadurch die Fixierung von Gelenken in einer unnätürlichen, meist auch schmerzerzeugender Position.
Damit es nicht zu einer Kontraktur kommt, muss eine Bewegung, eine Mobilisation des betroffenen Gelenkes stattfinden. Dies geschieht mit Bewegungsübungen. Diese Bewegungsübungen müssen aber genügend häufig durchgeführt werden um einen Effekt zu erzielen.
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Die Mobilität ist eine der grundsätzlichen Betätigungsfelder in der Pflege von Menschen.