
Sehr häufig zeichnen sich gute oder interessante Bilder durch die Konzentrierung auf klare Strukturen auf. Dies schafft wieder Harmonie. Damit schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits schaffen Sie durch Strukturen Harmonie, andererseits muss man bei der Suche nach Strukturen schon automatisch kleine wesentliche Bildausschnitte suchen - die Gefahr wieder alles in ein Bild zu packen - sinkt.
Professionelle Fotografen machen manchmal recht künstlerische Verrenkungen. Diese Profifotografen sind auf der Suche nach dem rechten Blickwinkel, denn dieser kann einen wesentlichen Einfluss auf die Komposition haben. Die Änderung der Perspektive schafft sofort für Abwechslung in ihren Bildern.
Für die Vogelperspektive brauchen Sie nicht unbedigt in die Luft zu gehen. Ein Stuhl oder Sockel genügt oft und Sie haben den Überblick. Gerade eine Gruppe von versammelten Personen fotografiert man oft aus dieser erhöhten Position.
Die genau gegenteilige Position ist jene von unten. Wie bereits oben beschrieben, kann diese Perspektive sehr düster wirken, wenn gleichzeitig das Licht von unten kommt. Wenn das Licht direkt von vorne kommt, kann diese Position wiederum sehr spannend wirken. Vor allem Objekte die sich unter ihrer Augenhöhe befinden bieten sich oft an, von unten - auf Augenhöhe des Objekts oder noch leicht unterhalb - fotografiert zu werden. Deshalb werden Sie bei derartigen Motiven oft auch sehen, dass sich Profifotografen und ambitionierte Hobbyfotografen oft auf den Boden schmeissen um Fotos zu machen. Ein Beispiel hierfür ist die Babyfotografie. Bleiben Sie also beweglich. Kameras mit drehbaren Objektive - wie es etwa die Nikon Coolpix 995 hatte - bieten hier oft eine gute Erleichterung. Bei Kinderfotos kann man den Blickwinkel von unten nach oben auch verwenden um die Welt des Kindes zu demonstrieren - und Hände weg vom Blitz!
Farben eigenen sich gut als kompositorisches Mittel. Bereits bei der Bildkomposition wurde darauf hingewiesen, dass eine Reduktion auf wesentliche Merkmale, klare Formen und Strukturen ein gutes kompositorisches Mittel sind. Dies gilt auch für Farben. Die meisten schnell geschossenen Bilder zeigen nicht nur eine unüberschaubare Vielfalt sondern auch ein zuviel an Farbe. Ein guter Tipp ist es, die Aufnahem auf zwei, drei Farben zu reduzieren. Hier können aber durchaus sehr starke Kontraste eingesetzt werden. Gerade Komplementärfarben wirken manchmal sehr ausdrucksstark. Komplementärfarben sind Farben, die sich im Farbkreis gegenüberstehen, z.B. Rot und Grün. Aber auch die Konzentration auf eine einzelne Farbe macht sich sehr gut in Bildern und vermitteln gute Eindrücke. Hier wirkt durchaus sehr viel Psychologie mit. Die Reduktion auf wesentliche Merkmale in der Komposition der Objekte, Strukturen und Farben schafft Harmonie. Die jeweiligen Farben werden von Menschen oft sehr gleich wahrgenommen. Blau wirkt oft kühl, frisch oder reinigend auf Menschen, da Blau mit Himmel und Wasser assoziiert wird. Das Blau der Natur wird oft gemeinsam mit dem Grün der Natur wahrgenommen, weshalb diese Farben gut miteinander harmonieren. Die Psychologie von Rot muss nicht näher erläutert werden. Rot wirkt sehr intensiv vor vor schwarzem, blauem oder grünem Hintergrund. Die Farbe kann durch Unterbelichtung noch satter werden. Rot ist aber auch eine aufdringliche Farbe. Wollen Sie einen "neutralen" Hintergrund, dann müssen Sie darauf achten, dass dieser kein Rot enthält, denn das Auge erfasst dieses Rot im Hintergrund sofort.
Somit wurden ein paar wichtige und grundsätzliche Fragen zur Komposition besprochen. Zentrales Element in der Fotografie ist das Licht, ein Problemfeld ist der integrierte Blitz der digitalen Kameras, deshalb muss auch manchmal auf ein Stativ zurückgegriffen werden. Die Gesetze der harmonischen Komposition bestehen aus der gut einsetzbaren Methode der Drittelung, der Reduktion der Bildelemente, der Wichtigkeit von Linie, Farbe und Struktur und der Möglichkeiten die Perspektive gezielt einzusetzen! Jetzt ist die Zeit für ein wenig Technik.
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