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Fotografie


Technische Voraussetzungen für die digitale Fotografie

Welche Kamera ist die Richtige für mich?

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Kamerarten in der digitalen Fotografie. Die einen sind die sog. Point and Shoot Kameras, das andere die digitalen Spiegelreflexkameras. Die meisten bevorzugen die handlichen und praktischen Point and Shoot Kameras, ambitionierte Amateurfotografen eher Spiegelreflexkameras. Das heisst allerdings nicht, dass eine gute Point and Shoot Kamera schlecht und eine Spiegelreflexkamera automatisch gut ist, es kommt viel mehr darauf an, welche Art der Fotografie Sie bevorzugen.

Nahezu unüberschabar ist die Zahl der Angebote auf dem Markt. Viele Kameras werden über ihre Zusatzfunktionen beworben: Video, MP3 Player, Autofokus und die alles überragenden Megapixels dominieren das Bild der Werbung. Die meisten Prospekte zeigen das gleiche Bild: fett der niedrige Preis und ebenso fett die Zahl der Megapixel. Danach werden die - mehr oder minder nutzlosen - zusätzlichen Funktion beschrieben. Die eigentlich wesentlichen Merkmale einer Kamera - die Güte der Optik beispielswiese wird oft nicht besprochen. Dies hat seinen Grund, da gute Optiken immer auch teuer sind - etwas was nicht gerade verkaufsförderlich ist. In Punkto Megapixels streiten sich die Entwickler der Kameras schon seit geraumer Zeit mit den Personen der Marketingabteilung in den großen Kamerabetrieben. Denn die Megapixels sollen nach den Gelüsten der Marketingstrategen ständig zunehmen und die Kameras gleichzeitig kleiner und handlicher werden. Dies hat zur Folge, dass der lichtempfindliche Chip ebenfalls immer kleiner wird und die Zahl der Pixels jedoch ansteigen  soll. Dadurch werden die einzelnen Pixel auf dem Chip immer kleiner, was erhebliche Einflüsse auf die Qualität des Bildes hat - die Marketingabteilungen sind momentan wichtiger als die Entwicklungsabteilungen! - dies nur vorweg. Und ja natürlich: billig soll es sein!

Wie finde ich nun die Digitalkamera, die zu mir passt?

Die grundsätzliche Frage bei all den Zusatzfunktionen ist: was brache ich persönlich wirklich und auf was kann ich verzichten? Dazu muss man sich Gedanken über den Einsatzbereich der Kamera machen und Sie auf Ihre Bedürfnisse abstimmen. Die folgenden Fragen können dabei als Hilfe dienen.

Wieviel Megapixel brauche ich?

Wie oben schon kurz beschrieben, sind die Megapixel jener Wert, der neben dem Preis am meisten bei Kameras beworben wird. Dies hat seinen Grund aus den Anfangszeiten der Digitalkameras, wo mehr Megapixel auch bessere Bildqualität hervorbrachte. Diese Zeit ist heute eigentlich vorbei, doch der Mythos, dass mehr Megapixel auch mehr Qualität bringt ist geblieben und somit das beherrschende Argument der Makretingabteilungen.

Was bedeutet Megapixel?
Megapixel ist ein Kunstwort aus Mega (das Präfix für Million) und Pixel, was soviel wie Bildpunkte bedeutet. Eine Kamera mit 6 Megapixel bietet somit in der besten Qualität 6 Millionen Bildpunkte pro Bild. Wollen Sie Ihr Bild nun in einem Fotostudio - oder zu Hause - ausdrucken wollen, so werden diese Bilder heute in aller Regel mit einer Auflösung von 300 dots (Punkte) per inch (dpi) gedruckt. Ein Inch hat 2,54 cm. Auf gut zweieinhalb Zentimeter werden bei einem opitmalen Ausdruck somit 300 Punkte gesetzt. Für einen Ausdruck im oft üblichen 10 mal 15 cm Format benötigen sie daher gut 2 Megapixel. Sollten Sie im Ausdruck dieses Format bevorzugen - und die meisten Menschen bevorzugen dieses Format - dann brauchen Sie nicht mehr Megapixel. Mit 8,7 Megapixel steigt die Größe der optimalen Auflösung auf  29,7 x 21,0 cm an, das bedeutet eine Größe eines DIN A4 Blattes kann man mit einer 8 Megapixel Kamera optimal bedrucken. Größere Auflösungen sind natürlich möglich, die dpi Zahl nimmt dann ab und es entstehen wahrnehmbare Bildpunkte. Weil aber größere Ausdrucke auch üblicherweise in größerem Abstand betrachtet werden, fällt dies oftmals nich auf. Nur ein Beispiel: ein heute übliches TV Gerät mit einer Diagnole von 82 cm weist meist eine Auflösung von  1366 x 768 Bildpunkten auf, was letztlich einer dpi von 50 entspricht - und nur wenige jammern über die Bildqualität.

Lange Rede kurzer Sinn: viele Pixel brauchen Sie nur, wenn Sie vorhaben größere Abzüge zu machen, oder wenn Sie Bildausschnitte aus einem Bild heraus nehmen wollen und diese dann Ausdrucken.

Wo liegt nun das Problem?

Die Kameras werden immer kleiner und die Zahl der Megapixel soll gleichzeitig immer größer werden. Die Kompaktkameras sollen immer kleiner und handlicher werden. Dies führt dazu, dass der lichtempfindliche Sensorchip nur noch eine Größe von 7,5 x 9,4 mm  - oder in kleinen Kameras gar nur mehr 5,4 x 6,8 mm - aufweist. Packt man nun auf diese kleine Größe 8 noch mehr Millionen an Pixel so führt dies dazu, dass die einzelnen Punkte auf dem Chip sehr sehr klein werden. Die meisten dieser kleinen Punkte werden dann nicht mehr richtig belichtet, die Folge ist, dass die Information nicht richtig interpretiert wird, das gefürchtete Rauschen entsteht. Beim Rauschen sehen Sie Bildpunkte im Bild mit einer ganz klar falschen Farbe.

Rauschen können Sie z.B. gut erzeugen, wenn Sie den dunklen Nachthimmel fotografieren wollen, weil grade soviele schöne Sterne funkeln. Wenn Sie das Bild danach betrachten, werden Sie feststellen, dass die Sterne nicht oder nur kaum zu sehen sind, nicht einmal der Hintergrund ist vollkommen schwarz, sondern übersäht mit meist roten Punkten. Sie haben wegen Lichtmangels ein starkes Rauschen erzeugt!

Das Rauschen in Bildern vieler kleinen Kompaktkameras hat mittlerweile so stark zugenommen, dass es bereits Initiativen gibt, die Herstellern von Fotokameras auffordern, den Megapixelwahn zu beenden. Oft ist das Rauschen so stark, dass es bereits bei normalen 10 mal 15 cm Fotos gut zu sehen ist, etwas wofür man prinzipiell ja nur 2 Megapixel benötigen würde!

Wenn Sie also wirklich viel Megapixel benötigen - z.B. wenn Sie eben viel größere Formate verwenden wollen (für Ausstellungen, Poster, etc.), dann brauchen Sie eine Kamera mit viel Megapixel und großem Sensor. Der Sensor in Spiegelreflexkameras ist üblichweise deutlich größer, weshalb Spiegelreflexkameras die beste Wahl sind, wenn viele Megapixel gebraucht werden. Bei Automatikkameras stellt nach Auffassung vieler Experten heute der beste Kompromiss in einer 6 Megapixel Kamera. Hier ist das Rauschen noch sehr gering und relativ große Formate sind trotzdem noch gut machbar.



Eine vollautomatische point - and - shoot Kamera oder eine Spiegelreflexkamera?

Nachdem Sie sich nun entschlossen haben, wieviel Megapixel Sie brauchen, müssen Sie sich überlegen, ob Sie eine Spiegelreflexkamera oder eine Kompaktkamera kaufen sollen. Um bei den Nachteilen der Spiegelreflexkameras zu beginnen: sie sind Größer und unhandlicher und in aller Regel auch etwas teurer. Durch ihre etwas sperrige Größe eignen sich Spiegelreflexkameras nicht um einfach schnell verstaut oder mitgenommen zu werden - ein wirklich wesentlicher Nachteil. Spiegelreflexkameras werden deshalb meist von ambitionierten Amateurfotografen oder von den Profis verwendet.

Es gibt gute Kompaktkameras die neben dem Automatikbetrieb auch eine manuelle Einstellung erlauben und so auch für Profis manchmal sehr reizvoll sind. Es gibt eben Bedingungen, die hinderlich für ein großes Equipment sind. Auch gibt es Kompaktkameras die mit verschiedenen Objektiven erweiterbar sind oder externe Blitzgeräte angebracht werden können. Der Aspekt der Handlichkeit spricht eindeutig für eine Kompaktkamera.

Für eine Spiegelreflexkamera sprechen dafür andere Argumente. Erstens ist der lichtempfindliche Sensor bei einer Spiegelreflexkamera größer, wodurch die Megapixel auf den Chip nicht so klein werden müssen, das Rauschen bei diesen Kameras ist dadurch wesentlich geringer. Megapixels im Bereich von 8 - 10 sind durchaus ohne nennenswertes Rasuchen möglich, eine Zahl bei der die meisten Kompaktkameras bereits deutliche Schwächen zeigen. Ein weiterer Vorteil der Spiegelreflexkamaras ist, dass die Objektive austauschbar sind. Die Möglichkeiten von Objektiven wird später noch besprochen. Auch sind die Möglichkeiten der fotografischen, individuellen Einstellung - etwas was ambitionierte Fotografen häufig verwenden, der Durchschnittsfotograf jedoch selten - meist deutlich umfangreicher.

Wenn Sie ambitioniert Fotografie betreiben wollen, dann ist eine Spiegelreflexkamera die richtige Wahl, wenn Sie mehr Wert auf gute Fotos ohne große Einstellungen legen, dann sind Sie mit einer Kompaktkamera gut beraten. Diese ist handlicher und bietet - bei einer guten Kompaktkamera - auch die Möglichkeit der individuellen Abstimmung. Wenn Sie sich für eine Kompaktkamera entscheiden, dann überprüfen Sie vorher die Güte von Opitken und lassen Sie sich nicht von den Megapixelzahl verführen. Es gibt seriöse Anbieter von Testberichten (Beispiel: Stiftung Warentest), die in Ihren Berichten auch auf die Güte der Opitk Rücksicht nehmen und das Rauschen der Kameras überprüfen. Gerade bei Kameras im niedrigen Preissegment gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede und es lohnt sich vorher zu vergleichen.

Die richtige Kamera für die eigenen Bedürfnisse

Neben dieser allgemeinen Bemerkung über die Unterschiede der Kameraarten, sollte sich die Wahl der richtigen Kameraart auch auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmt werden. Wer primär Sportfotografie betreiben will, benötigt vielleicht ein anderes Gerät als jemand der Naturfotografie oder Portraitfotografie betreiben will. Mit den meisten Kameras können Sie jedoch alle Bereiche in etwa abdecken, manche Anwendungen - z.B. die Langzeitbelichtung - verlangen nach Spezialisierung. Untenstehend einige typische Anwendungsgebiete für Fotografen.

Sport Fotografie
Für Sportfotografie benötigen Sie lange Brennweiten, schnelle Verschlusszeiten - ansonsten sehen Sie anstatt von Rennautos, Radrennfahren und dergleichen nur Striche - sowie extrem schnelle Motorantriebe, wenn möglich. Dies liegt daran, dass bei der Sportfotografie häufig im Schnellschussverfahren gearbeite wird. Wer jemals am Straßenrand der Tour de France gestanden ist weiß, dass bei normaler Bildbearbeitung vielleicht ein Foto möglich ist und schon ist das gesamte Fahrerfeld mit 200 Radrennfahrern vorbei. Lange Brennweiten und gute Objektive benötigen Sie weil bei den meisten Sportarten eine gewisse Distanz zwischen Ihnen und dem Sportler vorliegt.

Natur Fotografie
Die Naturfotografen benötigen wieder andere Anforderungen - wobei diese manchmal ähnlich jener der Sportfotografie ist. Fliegende Vögel, schnell agierende Tiere wiederum verlangen nach anderen Anforderungen als die Makrofotografie der Flora. Bei Tieren der freien Natur wirds wirklich teuer, da Sie diesen meist nicht zu nahe kommen dürfen, benötigen Sie gute Teleobjektive - und die Kosten wirklich ordentlich Geld - ich rede hier von Tausendern!! Eine etwas preiswerter Alternative dazu ist die Digiskopie. Hier wird ein sogenanntes Spektiv eingesetzt. Ein Spektiv ist ein einlinsiges Fernrohr wie es Naturbeobachter (nicht Fotografen) oft verwenden. Dieses kann an eine Spiegelreflexkamera - mit ein bischen Bastelarbeit - adaptiert werden. Der Preis sinkt dadurch doch deutlich, wenngleich auch gute Spektive nicht gerade billig sind und auch mit einigen Tücken zu arbeiten ist. Mehr dazu beim Thema Naturfotografie. Unterwasserfotografie ist sowieso ein Spezialgebiet, welches entweder ein spezialles Gehäuse oder gar eine spezielle Kamera benötigt.

Architekturfotografie
Die Architekturfotografie benötigt meist nicht ganz so große Anforderungen an das Instrument, wie beispielsweise die Naturfotografie. Auch können hier manche Mängel mit Bildbearbeitungsprogrammen behoben werden. Dies gilt vor allem bei Detailaufnahmen. Anders verhält es sich bei Skyline Aufnahmen. Diese verlangen nach Weitwinkelobjektiven, mit ausreichender Breite wegen des Trapez-Effekts (Keystone-Effekt im Fachbegriff genannt). Auch hier sind Spiegelreflexkameras etwas weniger anfällig als Point-and-Shoot Kameras.


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Hier finden Sie ein Tutorial zum Thema digital Fotografieren sowie Tipps zur digitale Nachbearbeitung von Bildern