
Das Objektiv ist die Linse der Fotokamera. Über das Objektiv erhält der Lichtsensor das Licht. Bei sehr billigen Kameras ist lediglich ein fixes Objektiv installiert, die meisten Kompaktkameras jedoch beinhalten einen Zoom. Spiegelreflexkameras haben den großen Vorteil, dass die Objektive wechselbar sind. Im folgenden Abschnitt soll erklärt werden, warum dieses Wechseln von Objektiven manchmal vorteilhaft ist. Den Zoom haben Sie vielleicht bisher nur dazu genutzt um sich ein paar Schritte des Weges zum Objekt zu sparen, doch kann ein Objektiv noch weitaus mehr. Es ist auch das Objektiv, welches über die Qualität eines Bildes entscheidet. Und bei Optiken gilt leider immer: je besser, je teurer. Häufig wird gerade bei Kameras im unteren Segment an der opitschen Güte gespart. Dies ist überall so, wo mit optischen Geräten gearbeitet wird: der preisliche Unterschied z.B. bei Mikroskopen zwischen einem Kaufhausmikroskop und einem Zeiss Mikroskop ist enorm, die Qualität aber eben auch. Bei den Mikroskopen wird oft die Vergrößerung dick und fett ins Werbeprospekt geschrieben (ähnlich wie die vielen meist nutzlosen Megapixels bei den Digitalkameras), eine Aussage über das Auflösungsvermögen finden Sie kaum. Das gleiche gilt für Hobbyastronomen und ihre Teleskope. Wenn Sie bei Digitalkameras etwas über die optische Güte oder das Auflösungsvermögen erfahren wollen, erhalten Sie oft bedenklich wenig Aussagen - auch bei Verkäufern. Es lohnt sich also sich Gedanken zum Objektiv zu machen.
Während bei einfachen Kameras das Objektiv manchmal nur aus einer Linse besteht, handelt es sich beim Objektiv üblicherweise jedoch um ein System aus mehrern Einzellinsen. Diese Kombination von Linsen in einem einzigen Objektiv hat zum Ziel, die Lichtstrahlen so an den digitalen Sensor zu richten, dass die Abbildung so genau wie möglich geschieht. Je besser dieses Linsensystem, desto exatakter und brillianter die Abbildung. Optische Abweichungen und Unschärfen treten immer dann auf, wenn die einzelnen Punkte der Abbildung nicht exakt genau auf dem Sensor abgebildet werden. Dies führt zu Unschärfen, zu reduziertem Kontrast oder zur Farbabweichung (was im Fachbegriff als chromatische Abweichung bezeichnet wird). Die chromatische Abweichung kommt zustande, weil die einzelnen Spektralfarben des Lichts an Linsen unterschiedlich gebrochen werden. Je größer die Linse, desto größer das Problem. Große nicht korriegierte Linsensysteme zeigen eine deutliche Blaufärbung. Die Lösung liegt in sogenannten apochromatischen Linsen. Die Herstellung solcher Linsen verlangt nach sehr speziellen und sehr teuren Glasformen, was erklärt warum für ein Teleobjektiv meist mehrere tausend Euros hinzublättern sind.
Ein gutes Beispiel zu Linsenfehlern können Sie im unteren Link ansehen:
http://www.cambridgeincolour.com/tutorials/camera-lenses.htm
Die Brennweite einer Linse bestimmt sein Bildwinkel, und deshalb auch wie viel ein Objekt vergrößert wird. Weitwinkellinsen haben kleine Brennweiten, während Teleobjektive größere entsprechende Brennweiten haben.
Beispiel für ein schnelles und ein langsames Objektiv:
Die Objektiv Geschwindigkeit bezieht sich auf die maximale Durchmesser der Blende. Eine hohe Blendenöffnung zeigt eine geringe Blendenzahl (siehe Beschreibung der Objektive). Schnelle Objektive sind somit Objektive mit einer geringen Blendenzahl (und somit einer sehr hoch geöffneten Blende). Langsame Objektive sind Objektive mit einer hohen Blendenzahl (und somit einer geringen Öffnung). Schnelle Objektive (weit geöffnete Blenden) lassen mehr Licht durch, als langsame Linsen, die Verschlusszeit bei schnellen Objektiven ist somit geringer. Eine kleinere maximale Blende (größere Blendnezahl) ist "langsam", weil sie weniger Licht liefert und somit eine langsamere Geschwindigkeit beim Auslöser erfordert.Ein Objektiv kann auch als "schnell" oder "langsam" je nach maximaler Blende im Vergleich zu anderen Linsen ähnlicher Brennweite gesetzt werden. Somit können Linsen ähnlicher Brennweite verglichen werden, z.B. ein 50mm f 1/1.4 ist und 50mm 1/3.5. Die Linse mit der Blendenzahl 1/1.4 ist die schnelle Linse, die 1/3.5 Linse die langsame Linse, obwohl beide die gleiche Brennweite aufweisen. Ein Objektiv mit einer maximalen Blende von f / 3,5 ist schneller als eine Objektiv mit einer Blende von f / 5,6, wobei beide Linsen nicht besonders schnell sind. Ein Objektiv mit einer Blende von f / 1,8 ist langsamer als ein Objektiv mit einer Blende von f / 1,2, obwohl beide Objektive schnelle Objektive darstellen. Bei einem Zoom Objektiv (z.B. mit einer Brennweite von 18-55mm) ist üblicherweise die längste Brennweite (im Beispiel 55mm) die schnellste Brennweite, und die kürzeste die langsamste.
Steht dem Fotograf wenig Licht zur Verfügung, dann wird er auf schnelle Linsen zurückgreifen. Auch ist der Bereich der Tiefenschärfe von der Geschwindigkeit der Linse in gewisser Weise abhängig. Eine schnelle Linse zeigt weniger Tiefenschärfe als eine langsame Linse. Portraitfotografen oder Hochzeitsfotografen verwenden deshalb meist schnelle Linsen (weil man meist einen unscharfen Hintergrund und einen scharfen Vordergrund (meist eine Person im Vordergrund) will.
Es gibt (leider) auch meist eine direkte Beziehung zwischen der Schnelligkeit einer Linse und dem Preis. Je schneller die Linse (je kleiner die Blendenzahl) desto teurer die Linsen. Schnelle Linsen sind somit in aller Regel teurer als langsame Linsen. Die schnellsten Linsen zeigen eine Blendenzahl von 1/1,0 und drunter (Zeiss hat auch schon Objektive mit einer Blendenzahl von 1/0,7 für die NASA produziert).
Trotz der technischen Details, die oft im Zusammenhang mit Objektiven erläutert werden, soll klar definiert werden, dass ein Objektiv im Grunde auch ein kreatives Instrument ist, zum Teil mit gewissen Tücken, zum Teil mit interessanten Einsatzgebieten.
Sobald Sie sich für die Komposition und das Licht entschieden haben, müssen Sie sich über die Präsentation der Objekte in der Szene entscheiden. Durch das zurück und hervor Bewegen des Objektives mit dem Zoom können Sie die relative Größe von Objekten in einer Szene einstellen und deshalb auch die Perspektive ändern. Architurfotografie wird sehr häufig mit Weitwinkelobjektiven augenommen, genaus so wie die meisten Landschaftsaufnahmen.
Zur Komposition von Bildern gibt es eine unterschiedliche Objektive. Ein "normales" oder "Standard-" Objektiv ist ein Objektiv, welches auf den Fotos keinen Weitwinkel- oder Telefotoverzerrungseffekt produziert. Fotos von diesen Objektiven scheinen deshalb auch eine "normale" Perspektive Perspektive zu haben. Mit diesen sog. "normalen" Linsen werden weitaus am häufigsten Fotos gemacht. Sie benötigen relativ wenig Licht, weshalb blitzfreies fotografieren möglich ist.
Weitwinkellinse
Bei einer Spiegelreflexkamera mit einem 35mm Film wird eine Weitwinkellinse im Allgemeinen mit einer Brennweite von 35 mm oder weniger betrachtet. Mit Weitwinkelobjektiven können Sie den Eindruck einer Verzerrung des Objektes erzeugen, ebenso sind Sie in der Lage bei Fernaufnahmen mehr Bildinhalt auf ihr Bild zu transportieren.
Telefotoobjektive
Teleobjektive sind Objektive mit der Fähigkeit zur hohen optischen Vergrößerung. Diese sind gedacht, wenn Sie etwas in großem Abstand fotografieren wollen oder weil Sie die Perspektive "glätten" wollen. Ersteres kann in der Sport, Paparazzi oder Natur Fotografie von Nöten sein, zweiteres bei Skyline Aufnahmen erwünscht sein, kann aber auch für die Portraitfotografie sehr reizvoll sein. Das Problem von Teleobjektiven ist, dass eine optische Vergrößerung ohne chromatische Abberation (Farbfehler) nur schwer und sehr teuer herzustellen ist, weshalb diese Teleobjektive wirklich viel Geld kosten, nicht selten mehrere tausend Euro!
Zoomlinsen
Die meisten Kompaktkameras besitzen mittlerweile ein Zoomlinse für die Telefunktion. Sie könnten sich jetzt Fragen, warum ein Profifotograf eine ganze Tasche mit Objektiven rumträgt, wenn er sich doch einfach ein gutes Zoomobjektiv kaufen kann. Der Grund liegt auch hier wieder in der Güte der Optik. Fehlerfreie Optiken sind mit Zoom Linsen nicht zu schaffen, da hier zuviele physikalische Kompromisse geschlossen werden müssen. Für den normalen Gelegenheitsfotografierer sind diese Fehler nicht sehr auffällig, für die professionelle Anwendung sehr wohl. Zoomlinsen sind auch "Lichtfresser", weshalb blitzfreies Fotografieren manchmal sehr lange Belichtungszeiten oder einen externen Blitz benötigt.
Da die Optik das teuerste Element einer Kamera ist, werden Hersteller vor allem im unteren Preissegment versucht sein, gerade hier zu sparen. Wenn Sie jedoch ein gutes Ergebnis erreichen wollen, müssen Sie die richtige Linse für die jeweilige richtige Aufgabe haben, und dieses Objektiv muss eine gute optische Güte aufweisen. Gute Teleobjektive sind richtig teure Geräte und nur für jemand gedacht, der die Fotografie sehr ambitioniert betreiben will, sei es professionell oder im Amateurbereich. Eine Möglichkeit für Normalsterblich an solche Linsen zu kommen ist die Miete solcher Objektive, wie Sie manchmal in großen Städten angeboten wird.
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