
Wie bereits besprochen, verwenden Tierfilmer oft Tricks um Tiere zum rechten Zeitpunkt, am rechten Ort vor die Kamera zu bekommen. Die wichtigste Eigenschaft für Tierfotografen ist somit immer auch die genaue Kenntnis über das Tier, welches man Filmen oder Fotografieren will.
Wie ebenfalls bereits hingewiesen, machen sich professionelle Tierfotografen nicht nur um das Objekt selbst Gedanken, sondern zuerst um das Licht, die Szene und die Komposition, in der Sie das Bild darstellen wollen. Erst dann kümmern Sie sich um das eigentliche Objekt. Dieses Objekt - nämlich das Tier - kennzeichnet sich oft dadurch aus, dass es oft genug weder Mensch, noch Kamera noch das Licht mag, weshalb manchmal Kniffe notwendig sind, um diese Abbilden zu können. Es soll nochmals darauf hingewiesen werden, dass diese "Kniffe" niemals in Tierquälerei enden dürfen, und dass die höchste Qualität eines Tierfotografen die Darstellung des Tieres ohne vorhergende Hilfsmittel ist. Deshalb sind die Methoden nur sehr begrenzt einzesetzen. Im folgenden sollen eine paar Tricks der Tierfilmer und Tierfotografen beschrieben werden, eine Nachahmung ist nicht immer zu empfehlen und für den Hobbyfotografen oft genug auch schlicht nicht machbar.
Vielleicht kennen Sie den berühmten Film "Nomaden der Lüfte" über Zugvögel welche Ihre alljährliche Reise in den Süden vornhemen. Diese Vögel wurden allesamt von Menschenhand aufgezogen um Sie zu gewöhnen. Von selbst würden Vögel nie den Menschen so problemlos "neben sich herfliegen" lassen. Gerade die scheuen Vögel werden für Filme oder für professionelle und Makroaufnahmen praktisch immer aufgezogen. Hobbyfotografen und Ornithologen wissen, welchen Aufwand an Teleobjektiven oder Spektiven oft betrieben werden muss, um den Tieren fotografisch oder optisch nur einigermaßen Nahe zu kommen. Die Aufzucht und Dressur ist ein sehr häufiges Mittel vor allem für Filmaufnahmen, auch die Fotografie benutzt sich manchmal dieser Technik, wenngleich deutlich seltener.
In dem Film "Der Fuchs und das Mädchen" wird die Beziehung eines zehnjährigen Mädchens mit einem Fuchs gezeigt. Für diese Aufnahmen wurde nicht ein einzelner Fuchs sondern gleich zwölf Füchse verwendet: sechs gezüchtete und dressierte und sechs wilde Füchse. Auch wurde der Fuchsbau zur Gänze im Studio aufgebaut.
Wenn jemand Mäuse fotografieren will, kann er sich natürlich wie die Katze vors Loch setzen, er wird allerdings bald auf die gloreiche Idee kommen, die Maus mit Speck oder Käse aus dem Lock zu "locken". Mit dieser Methode des Lockens arbeiten fast alle Tierfilmer oder Fotografen. Die Wahl des Lockmittels ist natürlich von der Tierart stark abhängig, weshalb wieder gilt, dass man die Tierart, welche man filmen oder fotografieren will, gut kennen muss. Manchmal muss man einfach auch probieren. So zieht man anscheinend Marder nicht nur mit dem verführerischen Duft warmer Kabel an, sondern auch mit Leberwurst.
Angler fangen ihre Fische mit einem Köder. Gleiches können Naturfotografen anwenden, wenn Sie Fische fotografieren wollen. Dies gilt natürlich nur bei kleinen Fischen, die Anlockung von Haien mit blutigen Ködern ist nicht zu empfehlen - es gibt auch Tauchausflüge die dieses Spektakel für Fotografen anbieten, wovon unbedingt abzuraten ist.
Pheromone locken
Pheromone sind Duftstoffe, die bei Tieren Sexualfunktionen, Alarmsituationen und Markierungen regulieren, also ein Kommunikationsmittel für Tiere darstellen. Gerade Jäger verwenden diese Pheromone beispielsweise oft für die Wildschweinjagd. Nicht alle Tiere besitzen diese Möglichkeit, und bei längst nicht allen Tieren gibt es Pheromone als Lockmittel zu kaufen, jedoch für einige Tierarten gibt es diese Möglichkeit, dann kann ein Einsatz erwogen werden. Es gilt aber auch zu beachten, dass das Tier sein Verhalten durch die Pheromone ändert, wenn man neben fotografischen auch biologische Interessen verfolgt und das Tier nicht nur fotografieren sondern auch beobachten will, entsteht eine ordentliche Verfremdung des natürlichen Verhaltens.
Locke niemals einen Bären
Für Bären gibt es zahlreiche Lockmittel. Sehr häufig wurden diese Lockmittel auch angewendet um Jägern das Leben zu erleichtern. Auch Fotografen oder Tiefilmer verwenden diese Lockmittel oft, für Laien ist davon strikt abzuraten. Das bekannteste Lockmittel dafür ist Honig. Ein Gemisch aus Alkohol und Honig (der "Bärenjäger") wurde von den Masuren verwendet um die Bären von ihren Häusern wegzulocken. Sie stellten dieses Gemisch in Töpfen außerhalb ihres Wohngebietes auf. Neben dem Hunger auf Honig, bekamen die Bären auch noch einen Rausch, schliefen ein und konnten so gefangen oder getötet werden. Ein gelockter Bär wird aber leicht aggressiv, wenn er nicht bekommt was er will, weshalb streng davon abzuraten ist.
Wie bereits bei den Pheromonen und Ködern angedeutet, sind es vor allem die Jäger und Angler, die sich sehr viel um die Lockung von Tierarten beschäftigen. Sollte sich bei dem Tier ihres Interesses also um ein "jagdbares" Tier handeln, sehen Sie sich auf den einschlägigen Internetseiten um, sie werden eine Menge Tipps finden.
Manchmal rentiert es sich, die Tiere in der richtigen Jahreszeit abzufangen. Überspitzt gesagt würde es während des Winterschlafs nicht viel Sinn geben, vor der Höhle des Bären auf dessen Auftritt zu waren. Der Tierfilmer Klaus Scheurich wollte zum Beispiel springende Affen im Urwald filmen, doch diese sprangen einfach nicht. Erst gegen Ende der Trockenzeit und der damit verbundenen Trockenzeit eilten die Affen zu den wenigen Bäumen die noch Früchte trugen und begannen zu springen. Nahrungsnot macht Tiere oft ein wenig wagemutiger, weshalb je nach Tierart zu erurien ist, welche Zeit die evt. die beste ist um sie vor die Linse zu kriegen.
Die Naturfotografie bringt je nach Interessengebiet sehr spezielle Anforderungen an Kameras. Zum einen handelt es sich bei der Naturfotografie um eine "outdoor Angelegenheit", welche an das meist empfindsame elektronische Material manchmal sehr große Anforderungen stellt. Regen, Kälte, Hitze oder Nässe sind nicht gerade Eigenschaften, die der Technik gut tun. Für Bergsteiger galten noch lange die Analogkameras als bessere Opiton, da diese zum einen sehr oft von der Stromversorung unabhängig sind und zweitens wegen fehlender Elektronik weniger anfällig waren und es auch großteils immer noch sind. Gerade bei extremen Wetterverhältnissen sind Analogfotoapparate robuster. Verwendet man Digitalkameras, so muss man diese vor Nässe gut schützen und ein gewisses Maß an Temperaturgleichheit sollte gewährleistet werden. Ein guter Tipp ist deshalb die Kamera nahe am Körper zu tragen, so kann auch eine Digitalkamera bei sehr tiefen Temperaturen noch lange Zeit gut funtkionieren.
Die Objektivwahl für Naturfotografen
Die allgemeinen Informationen für Objektive finden Sie hier. Naturfotografen die unbewegte Objekte wählen, sind relativ gut mit einer Standardausrüstung bewappnet. Hier können auch Linsen mit großer Blendenöffnung (und geringer Blendenwert, also f/2.5 und kleiner) verwendet werden. Bei so großer Blende wird der Hintergrund relativ rasch unscharf und die Tiefenschärfe auf einen geringen, aber scharfen Bereich reduziert. Hier ist meist auch genügend Licht vorhanden.
Anders bei bewegten Objekten. Hier benötigt man oft einen größeren Bereich der Tiefenschärfe, somit eine verhältnismäßig kleine Blendenöffnung (hohe Blendenzahl). Somit kriegt man allerdings oft genug Lichtmangel, da zudem eine geringe Belichtungszeit notwendig ist um Bewegungsunschärfe zu vermeiden.
Noch schwieriger wird es, wenn man dem Objekt nicht nahe genug treten kann, wie dies bei der Vogelbeobachtung häufig notwendig ist. Dann sind (teure) Teleobjektive, oder wahlweise auch der Selbstbau und Anschluss an ein Spektiv notwendig. Naturfotografen verwenden sehr häufig Brennweiten, z.B. als Zoom von 75-300mm, evt. sogar 400 mm f5.6 Objektive um die Objekte, die sehr oft in relativ großem Abstand zur Kamera sich befinden, gut darstellen zu können. Derlei Objektive sind relativ unhandlich und zudem teuer. Eine häufig eingesetzte Möglichkeit ist der Einsatz eines Telekonverters. Telekonverter vergrößern die Brennweite von Objektiven, so wird mit einem zweifach Telekonverter (es gibt auch 1,4fach und 3fach Telekonverter) die Brennweite verdoppelt (also von 50mm auf 100 z.B.). Es gibt aber auch zahlreiche Nachteile dieses Verfahrens. Erstens verringert sich dadurch auch die Lichtmenge, so dass bei einem zweifach Telekonverter auch um zwei Blenden zurückgefahren werden muss. Auch werden Abbildungsfehler der eigentlichen Objektivlinse verstärkt, weshalb diese von ausgezeichneter Qualität sein muss. Auch erzeugt der Konverter selbst Abbildungsunschärfen. Summa summarum neigt ein Telekonverter doch zur Unschärfe, etwas was besonders problemtisch ist, da durch die große Entfernung des Objekts schon durch die Luftunruhe oft eine erhebliche Unschärfe entsteht.
Für Landschaftsaufnahmen sind alle möglichen Objektive gefragt, von Weitwinkel bis Tele ist hier alles möglich.
Für Menschen die gerne Makroaufnahmen produzieren, man eine Makrolinse eine Überlegung wert sein. Diese haben meist eine Brennweite von 50-200 mm, wobei nur die langbrennweitigen für die Fotografie in der Natur Sinn geben. Allerdings muss gesagt werden, dass für Makrofotografie nicht unbedingt eine Makrolinse notwendig ist, eine soche erleichtert einfach die Arbeit, mehr eigentlich - abgesehen von einigen kleine Details - nicht. Sie sind allerdings optisch meist von guter bis sehr guter Qualität, da für eine Nahaufnahme ein exakter Fokus und eine Feldglättung notwendig ist. So eignen sich Makrolinsen - entgegen ihrem Namen und der Anschauung vieler - auch sehr gut für Aufnahmen außerhalb des Makrobreichs. Im Grunde benötigen Sie eigentlich keine Makrolinse. Der große Vorteil könnte aber darin liegen, das "Brennweitenprogramm" zu erweitern. Sehr viele handelsübliche Spiegelreflexkameras (wie z.B. die beliebte Canon EOS) werden mit einer Zommoptik im Brennweitenbereich von 18-55 mm ausgeliefert. Die Makrolinse hat üblicherweise einen Brennweitenbereich von 100-200 mm, weshalb Sie mit einer solchen Brennweite auch außerhalb des Makrobereichs interssante Perspektiven erzielen können.
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