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Dermatologie und Venerologie


 

Das asteatotische Ekzem ( Exsiccationsekzem)

Das asteatotische Ekzem ist eine sehr häufige, ekzemähnliche Dermatose, die durch Austrocknung und Irritabilität der Haut infolge altersbedingiter Beeinträchtigung der Barrierefunktion ( Teilursache: Taladrüseninvolution ) bedingt ist.

Klinisches Bild:
Die Haut des gesamten Körpers insbesondere jedoch der Streckseiten der Unterschenkel ist trocken, schuppend, zeigt ein pseudoichthvosiformes Aussehen und ist stark juckend. Durch Kratzen Excoriationen und Lichenifikation verschiedenen Ausmaßes.

Therapie:  Fetten der Haut, Unterlassen zu intensiver Körperpflege mit Seife.

Merke: bei Individuen mit Disposition zu trockener Haut kann im Winter ( in der Kälte trocknet die Haut leichter aus ) und durch zu reichlichen Seifengebrauch ein ähnliches Bild entstehen(" winter itch ").

 

Intoleranzreaktionen durch Medikamente

Unverträglichkeitsreaktionen der Haut treten in etwa 3 % der hospitalisierten Patienten auf, trotzdem gelten sie im Volksirund als das klassische Beispiel von Medikamenten "Allergien". Die Natur solcher cutaner Medikamentenunverträglichkeiten ist jedoch keinesfalls immer allergisch, d.h. auf immunologischen Mechanismen basierend. Bei den immunogisch-mediierten Intoleranzreaktionen gegen Medikamente können jede der vier Haupttypen als ursächliche Pathomechanismen vorliegen. Typ I (Ig.E-mediierte)-Reaktionen äußern sich als Rhinitis, Conjunktivitis, Bronchospasmus, Urticaria und Angioödem bis zum anaphylaktischen Schock. TypII ( cytotoxische ) Reaktionen lösen keine direkten Hautreaktionen hervor, treten jedoch als haemolytische Anämie, Thrombopenie oder Organsymptome seitens Leber, Lunge etc. in Erscheinung. Typ III ( Immunkoraplexmediierte
Reaktionen) manifestieren sich als Serumkrankheit ähnliche Zustandsbilder ( Fieber, Arthritis, Nephritis, Ödeme, Urticaria ) und als nekrotisierende Vasculitis (Schönlein-Henoch-Phänomen). Die Haupterscheinungsform von Typ IV ( zellmediierte ) Reaktionen ist die Kontaktdermatitis, möglicherweise liegen-Typ IV-Reaktion auch manchen exanthematischen Reaktionen zugrunde.



Voraussetzungen zur Entwicklung einer Allergie gegen Medikamente
Die meisten Medikamente sind ( mit Ausnahme von höhermolekulären Substanzen wie Insulin, Immunseren etc. ) sogenannte einfache Chemikalien, also organische Verbindungen unter einem Molekulargewicht von 1.ooo.  solche Substanzen sind für sich nicht antigen wirksam, können jedoch sehr wohl zu Allergenen werden, wenn sie imstande sind, sich an Trägereiweiß kovalent zu binden; das Medikament wirkt als " Determinante ".

Andere Voraussetzungen betreffen den Organismus: allergische Medikamentenreaktionen sind am häufigsten in der mittleren Altersgruppe ( mit einem vollfunktionsfähigen Immunsystem ), während Kinder und alte Individuen selten Medikamenten Allergien entwickeln. Von Bedeutung ist ferner die Applikationsroute der Droge. Manche Allergene sind beispielsweise sehr potent bei lokaler Applikation, jedoch sehr gering allergen bei systemischer Verabreichung.

Nicht immunologische Unverträglichkeitsreaktionen auf Medikamente können auf einer Reihe von Pathomechanismen basieren; im wesentlichen handelt es sich um nicht-immunologische Aktivation von Effektor-Mechanismen; etwa direkte Auslösung der Mastzelldegranulation und damit von Urticaria und Angioödem ( Opiate, Polymyxin-B, Röntgenkontrastmittel direkte Ingangsetzung des alternativen Weges der Komplementaktivierung ( Röntgen-Kontrastmittel; meistens urticarielle Reaktionen), oder Interferenz von Medikamenten mit Prostaglandin Synthese ( Salicylate, Indomethacin; klinisches Bild: Urticaria).

 

Diagnostik

Da bei Auftreten einer cutanen Arzneimittel Unverträglichkeit gewöhnlich mehrere Medikamente zur Auswahl stehen, ist die Erkennung des kausalen Agens auf klinisches Basis schwierig, auch Labortests ergeben mit Ausnahme von RAST-Untersuchungen bei Typ I-Reaktionen meist keine aussagekräftigen Resultate. Der Wert des Prick-Tests auf verschiedene Medikamente ist gering, da zumeist negative Reaktionen zustande kommen (Ursache: bei Reaktionen von Typ II, III und IV ergibt sich keine Lokalreaktion; bei Typ I nur dann, wenn der richtige Haptenkomplex zugeführt wird oder sich spontan an der Teststelle ausbildet ). Die Bestimmung des ursächlichen Agens bei Arzneimittel-Exanthemen erfolgt daher wegen des solcherart gegebenen Beweisnotstandes vorwiegend nach der Wahrscheinlichkeit, d.h. nach:

1. der empirischen Rangliste der Häufigkeit, in der die eingenommenen Medikamente Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen und
2. dem Zeitpunkt der Einnahme-. Eine Faustregel sagt, daß das vor Ausbruch des Exanthems zuletzt eingenommene Medikament der wahrscheinlichste Schuldige ist;

Diese Regel gilt allerdings keinesfalls immer, da in manchen Medikamenten gerade eine Latenzperiode von 1 - 2 Wochen besonders typisch ist ( Penicillin!).


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