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Dermatologie und Venerologie


 

Erysipel (Wundrose der Haut)

Ein Erysipel ist eine durch ein sich schnell ausbreitende erythematöse Schwellung und vehemente Allgemeinsymptome gekennzeichnete akute Streptococcen-Infektion der Lymphspalten und Lymphgefäße der papillären Dermis.

Das Erysipel ist eine häufige, alle Alterskategorien betreffende Krankheit, die durch Eindringe der Streptococcen durch eine Hautläsionen ( sogenannte Eintrittspforte) hervorqerufen wird. Diese Hautläsion kann eine Wunde sein (Wundrose) häufiger jedoch Rhagaden und Fissuren im Rahmen einer Interdigitalmykose ( wichtig ! ) oder von.chronischen Ekzemen, etwa Gehörgangs-, Naseneingangs- und Mamillarekzem, Angulus oris infektiosus etc. Prädilektionsstellen Fuß und Unterschenkel, Gesicht.

Im klinischen Bild zeigt sich beim Erysipel ein perakuter Beginn. Um die Eintrittspforte entsteht eine subjektiv brennende Rötung und Schwellunq, die sich innerhalb von Stunden mit unregelmäßigen, " flammenartigen " Ausläufern ( ein morphologischer Ausdruck für die Ausbreitung entlang der Lymphgefäße ) ausbreitet. Die Läsion erscheint als wohl abgegrenzte, hellrote, heiße, plateauartige homogene Schwellung der Haut, die an ihrem Rand mit einer Stufe in die normale Nachbarhaut übergeht. Die Haut ist gespannt und glänzend. Gleichzeitig mit dem Auftreten der Läsion, manchmal sogar ihr vorausgehen , stellen sich intensive Allgemeinsymptome ein: hohes Fieber ( bis 4o°), Schüttelfrost, Nausea, regionäre Lymphadenitis. Das Erysipel ist eine bei unkompliziertem Verlauf selbstlimitierte Krankheit; ohne Behandlung kommt es nach ein- bis mehrwöchigem Verlauf zum Abblassen und Abschwellen der Läsion und zum sppntanen Ende der Fieberschübe.



Allerdings ergibt sich bei Ausbleiben der Behandlung eine hohe Rezidivneigung ( Streptococcen) bleiben im Gewebe liegen; Rezidive pflegen mit einer geringeren Systembeschwerden einherzugehen. In manchen Fällen stellt sich das sogenannte chronisch-rezidivierende Erysipel ein, das in der Regel zur Verlötung der ableitenden Lymphbahnen und damit zum Lymphödem führt. Bei diesem Zustand kann es zu gigantischen Schwellungen des betroffenen Körperteils meist einer unteren Extremität kommen ( sogenannte Elephantiasis nostras).  Die Oberfläche der bizarr verformten Extremität ist höckrig ( Lymphcysten).

Verlauf und Therapie: die Therapie besteht aus hochdosierten Penicillingabe, die zumindest durch lo Tage fortgeführt werden müssen. Inzision kontraindiziert! Im Fall von chronisch-rezidivierendem Erysipel sollte eine Langzeitpenicillintherapie ( Monate ) durchgeführt werden. Von essentieller Bedeutung ist die Ausschaltung der Eintrittspforte, da es sonst sehr leicht zur Reinfektion kommen kann.

Komplikationen
Zwar zeigt das Erysipel eine spontane Rückbildungstendenz, ohne Behandlung treten jedoch oft Rezidive auf, die durch das Verkleben der Lymphbahnen zu einer Elefantiasis (bessere Bezeichnung ist: sekundäres Lymphödem) eines Armes oder Beines führen kann. Weitere Komplikationen sind eine Meningitis oder eine Hirnvenenthrombose. Ebenso muss eine nekrotisierende Faszitis ausgeschlossen werden. 


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