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Dermatologie und Venerologie


 

Phlegmone

Bei der Phlegmone handelt es sich um eine akute, einschmelzende, durch Streptococcen bedingte Entzündung der tiefen Dermis und Subcutis. Klinisches Bild: die Phlegmone entsteht gewöhnlich auf Basis einer präexistenten Läsion ( Trauma, Operationswunde, Geschwüre etc. ) und ist durch eine tiefe, entzündliche Schwellung deren Umgebung gekennzeichnet. Obwohl zum Erysipel manche Ähnlichkeiten bestehen, unterscheidet sich die Phlegmone in wesentlichen klinischen Aspekten: die Phlegmone ist sehr schmerzhaft, ist schlecht von der Umgebung abgegrenzt, der Farbcharakter ist eher dunkellivide, die Schwellung ist (tiefer reichend und teigig weich). Systemerscheinungen sind weniger akut und meistens milder ( kein Schüttelfrost etc.), die Ausbreitung erfolgt langsamer. Die Phlegmone ist ein schwereres-Krankheitsbild als das Erysipel, da es zur Nekrose und Zerstörunq großer Gewebspartie und schließlich zur überwältigenden Infektion (Sepsis) kommen kann.

Therapie:  
Die Therapie erfolgt antibiotisch mit Penicillin, zusätzlich eine breite chirurgische Incision und Drainage.

Lymphadenitis

Bei der Lymphadenitis handelt es sich um eine akute, durch Streptokokken bedingte Entzündung eines Lymphgefäßes. Klinisches Bild: von einer Eintrittspforte aus ( infizierte Wunde, Abszeß etc.) strichförmige, häufig bis zur regionären Lymphknotenstation ziehende, strangartige, schmerzhafte Rötung. Assoziiert ist manchmal eine einschmelzende Lymphadenitis. Von hier kann es potentiell zur Sepsis oder zu ausgedehnten Abszessen kommen. Therapie: Penicillin.



STAPHYLOCOCCENINFEKTIONEN DER HAUT
Keimträger sind recht häufig ( Nasenraum), Wirtsfaktoren sind von größerer Bedeutung als bei StreptococcenInfektionen: lokale Faktoren ( wie Wunden, Trauma, Fremdkörper etc. ) und systemische Faktoren ( Abwehrschwäche verschiedener Ursachen ). Ein weiterer Gegensatz zu den Streptococcen ist, daß die meisten heute isolierten Stäme gegenüber Penicillin G resistent sind ( Penicillinasebildner).

I. Oberflächliche Staphylococceninfekte und nicht follikuläre Pyodermien:

1) Impetigo contagiosa ( Stephylococcen-Impetigo, bullöse Imptigo)
Der Erreger der Impetigo contagiosa ist der Staphylococcus aureus Phagengruppe II. Altersprädilektion, Übertragungsweise, Epidemiologie entsprechen dem bei der Streptococcen Impetigo Gesagten.

Pathogenetisch findet man eine Ausschüttung eines akantholytischen Enzyms (Epidermolysin) durch die Keime in loco.

Die Erkrankung verläuft zumeist komplikationslos und heilt nach einigen Wochen spontan ab.

Merke: ist der Keim ein starker Epidermolysinbildner, kann es auch bei wenig ausgedehnten Formen zur Toxinämie und damit zum SSS-Syndrom kommen.

Therapie: systemische Antibiotikabehandlung nur bei ausgedehnten Fällen und Allgemeinsvmptomen ( Fieber). Da die Staphylococcen fast durchwegs Penicillinasebildner sind, ist die Verwendung eines pennicillinasefesten Penicillins erforderlich.

Lokaltherapie: Abkrusten mit antiseptischen fetten Salben ( Rivanol-Diachylon).


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