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Dermatologie und Venerologie


 

Die zweithäufigsten Dermatophytosen sind die Nagelerkrankungen, die Onychomykosen (Nagelpilze)

Onychomykosen des Fußes (Nagelpilz) sind durch die selben ungünstigen zivilisatorischen Ursachen bedingt wie die bereits geannten Tinea pedis, somit sind auch die Zehennägel häufiger betroffen als die Fignernägel. Bei der häufigsten Form, der distalen Onychomykose, findet man krümelige, weiße Massen unter den Fignernägeln. Wesentlich seltener ist die rein auf die Nagelplatte beschränkte oberflächliche "weiße" Onychomykose. Dies hat Auswirkungen auf die Therapie. Mit einer Lokaltherapie der Nagelpilze kann man lediglich die seltene oberflächliche Onychomykose behandeln, die häufige distale Form der Nagelpilze spricht nur auf systemsche Therapie an. Die Einnahmedauer beträgt zwischen 6 Wochen (Fingernägel) bzw. 12 Wochen bei Zehennägel. Die Heilungsrate der Nagelpilze beträgt dann zwischen 80 und 90%, die Rezidivrate hängt vom Basisschaden ab. Nagelextraktionen verkürzen zwar den Heilungserfolg, bergen aber die Gefahr des Schadens der krankhaften Nagelregeneration und sind damit als Routinemaßnahme ungeeignet. Nagelextraktion alleine, ohne zusätzliche systemsche Behandlung ist ein völlig untaugliches Mittel bei Nagelpilzen

Merke: die Onychomykose (Nagelpilzerkrankung) ist zwar eine Infektionskrankheit, doch tritt sie fast stets an vorgeschädigten Nägeln auf ("Basisschaden"). Durchblutungsstörungen, insbesondere chronisch-venöse Insuffizienz, neurogene Störungen, Onychodystrophie.



Pathogenese der Nagelpilze (Onychomykose)
Dermatophyten befallen den Nagel stets von distal, meist von einer Ecke des freien Randes. Sie bevorzugen begreiflicherweise den weicheren unteren Teil, der Nagelplatte ( der vom Hyponychium gebildet wird ); die Oberfläche befallener Nägel ist daher häufig unverändert. Klinisches Bild: im Anfangsstadium weißliche krümelig-pudriqe Massen unter den vorderen Nagelecken, die sich über Monate und Jahre entlang der Nagelränder ausbreiten - ( sieht aus, als ob der freie Rand sich mehr und mehr auf den Nagel ausdehnen würde bis schließlich der gesamte Nagel unterhöhlt ist). Der entstehende Pecessus ist von Hornmaterial gefüllt das durch Schimmelpilze und Bakterien besiedelt wird und dadurch verschiedene Farben spiegeln kann ( schwarz, blau, grün).  Haben die Pilze die Nagelmatrix erreicht, kommt es zusätzlich zu Wuchsstörungen des Nagels ( Verdickung, höckerige Oberfläche Prädilektionsstellen: Zehennägel sind viel häufiger ergriffen als Fingernägel; an ersteren häufiger Basisschäden im Sinn chronischer Traumatisierung ( Schuhdruck, etc. ) und wegen der nahezu obligaten Kombination von chronisch-venöser Insuffizienz und Nagelpilz. Aus beiden Gründen: Frauen haben viel häufiger Nagelpilze als Männer

Therapie der Nagelpilze
Systemische Antimycotica. Griseofulvin. Diese Medikament muss allerdings sehr langfristig genommen werden bis Nägel zur Gänze gesund nachgewachsen sind, ca. 1 Jahr.

Wichtig: wenn ein schwerer Basisschaden vorliegt, ist die Behandlung eines Nagelpilz mit Griseofulvin meist wirkungslos und daher zu unterlassen. Gleiches gilt für ältere Menschen, auch ohne deutlichen Basisschaden. In solchen Fällen kann man zwar nach langer Zeit die Pilze eliminieren, doch kommt es sehr bald wieder zum Rezidiv.

Lokaltherapie: Die Lokaltherapie hat beim Nagelpilz nur unterstützenden Wert, ist allein fast wirkungslos.


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