
Wie bereits erwähnt weisen die anatomischen Strukturen des Ohres und der Nase, hier v.a. der Nasennebenhöhlen, eine große Nähe zur Schädelbasis, den Hirnhäuten (Meningen) und letztlich dem Gehirn auf. Dies bedingt, das viele an und für sich sehr harmlos beginnende Erkrankungen bei Komplikationen akut in einen neurologischen Notfall wandeln können. Einige solcher Beispiele sollen hier abgehandelt werden.
Meningitis bei Patienten mit HNO Erkrankungen
Selten kann es im Rahmen von Erkrankungen des Mittelohres oder der Nasennebenhöhlen (Kieferhöhle, Stirnhöhle, Siebbeinzellen, Keilbeinhöhle) zu einer Ausbreitung der Erkrankung kommen. Durch die anatomische Nähe zum Gehirn und den Gehirnhäuten können manchmal schwere neurologische Störungen auftreten. Beispiele hierfür sind:
Bei an Meningitis erkrankten Patienten zeigt sich hohes Fieber und zustätzlich starke Kopfschmerzen. Es treten Übelkeit zum Teil mit Erbrechen und verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Berührung auf. Zusätzlich kann eine Bewußtseinstrübung vorhanden sein. Als typisch gilt ein steifer Nacken (Meningismus) und ein positives Kernig oder Lasegue Zeichen. Diese Zeichen können jedoch, vor auch zu Beginn der Hirnhautentzündung fehlen.
Das Kernig-Zeichen gilt als positiv, wenn bei 90° Hüftbeugung (z. B. Sitzen am Bettrand oder angewinkeltem Bein im Liegen) der Unterschenkel im Kniegelenk nicht vollständig gestreckt werden kann.
Das Lasègue-Zeichen beschreibt einen möglichen Dehnungsschmerz des Ischiasnerves im Rahmen eines Untersuchungsverfahren durch den Arzt. Der Patient liegt flach auf dem Rücken. Das gestreckte Bein wird passiv im Hüftgelenk um bis zu 90° gebeugt. Bei berichtetem Schmerz wird die Beugung nicht bis zur physiologisch möglichen Beugung fortgesetzt. Bei Schmerzen im Bein bis zu einem Winkel von etwa 70–80 Grad ist der Test positiv und wird als Lasègue-Zeichen bezeichnet. Bei einer Meningitis kann das Lasegue Zeichen positvi ausfallen.
Die Sinus cavernosus Thrombose ist ein durch eine Entzündung ausgelöster Verschluss von Hirnvenen, die sich an der Schädelbasis befinden. Dieses Hirnvenengeflecht an der Basis wird Sinus cavernosus bezeichnet, ein Verschluss von Venen durch einen Blutpfropf wird als Thrombose bezeichnet. Diese ist durch eine fortgeleitete Entzündung der sog. Vena angularis, welche das Blut über die Orbita ins Schädelinnere ableitet bedingt. Diese Vene befindet sich seitlich am Nasenrücken. Das Blut dieser Venen wird nicht - wie sonst üblich im Gesicht - über die Kiefervene abgeleitet, sondern durch die Augenhöhle ins Gehirn. Es besteht durch diese Vene eine Verbindung ins Schädelinnere. Gefährlich sind deshalb vor allem Furunkel im Bereich des Nasnerückens. Ein Furunkel ist eine eitrige Entzündung des Haarbalges und führt zu einem geschwollenen, stark schmerzhaften, geröteten Knoten. Ein Furunkel kann überall wo behaarte Haut ist auftreten und ist in aller Regel harmlos. Im Bereich des Nasenrückens kann es durch eine Weiterleitung der Erreger ins Gehirn - vor allem wenn herumgedrückt wird - zu einer Entzündung der Venen und schließlich zum Verschluss der Venen kommen. Es kommt zu Hirndruckzeichen mit Erbrechen und Bradykardie. Zusätzlich kommt es zu Eintrübung, evt. Halbseitensymptomen, epileptischen Anfällen, Epilepsie und Hirnnervervenausfällen (hier v.a. Okulomotorius und Trigeminus). In manchen Fällen endet eine Sinus cavernosus Thrombose tödlich. Deshalb gilt unbedingt:
Eine unsachgemäße Manipulation des Furunkels am Nasenrücken durch "Ausdrückversuche" fördert die Keimausbreitung, weshalb eine solche Manipulation unbedingt zu unterlassen ist.
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HNO ist die Abkürzung für Hals-Nasen-Ohren und stellt ein medizinisches Fachgebiet dar.
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