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HNO - Hals- Nasen- Ohrenkrankheiten


 

Chronische Mittelohrentzündung (chronische Otitis media)

Die chronische Mittelohrentzündung ist ein Sammelbegriff für verschiedene Veränderungen am Trommelfell und den Strukturen des Mittelohrs.

Die chronische Mittelohrentzündung ist keine eigenständige Erkrankung, sondern stellt ein Sammelbegriff verschiedener Krankheiten dar. Sie ist nicht einfach die Folge einer längerdauernden akuten Mittelohrentzündung, sondern ein beschreibender Begriff für das Auftreten von verschiedenen Symptomen.

Von einer chronischen Mittelohrentzündung spricht der Facharzt immer dann, wenn ein bleibender Trommelfelldefekt besteht. Es handelt sich um eine Lochbildung (Perforation) im Trommelfell, die von selbst nicht zuheilt. Typisches Symptom einer chronischen Mittelohrentzündung ist das "rinnende Ohr" und eine zunehmende Schwerhörigkeit.

Der Facharzt unterscheidet zwischen zwei Formen der chronischen Mittelohrentzündung, die im Fachbegriff chronische Otitis media genannt wird. Zum einen die chronische Schleimhauteiterung (chronisch mesotympanlae Otitis media) und die chronische Knocheneiterung (Cholesteatom).

Bei der chronischen Schleimhauteiterung befindet sich der Trommelfelldefekt in der Mitte des Trommelfells. Dadurch können zwar die Gehörknöchelchen angegriffen werden, nicht jedoch die knöcherne Begrenzung des Mittelohrs. Es ist grundsätzlich die bessere Form der chronischen Mittelohrentzündung. Typisch für das Auftreten einer chronischen Schleimhauteiterung ist die eitrige oder schleimige Sekretion aus dem Mittelohr. Gleichzeitig besteht eine Schwerhörigkeit.

Die chronische Knocheneiterung (Cholesteatom oder Perlgeschwulst) führt hingegen zur Zerstörung von Knochen. Der Trommelfelldefekt ist dabei stets randständig.

 

Chronische Schleimhauteiterung (chronisch mesotympanale Otitis media)

Bei der chronischen Schleimhauteiterung befindet sich der Trommelfelldefekt in der Mitte des Trommelfells. Dadurch können zwar die Gehörknöchelchen angegriffen werden, nicht jedoch die knöcherne Begrenzung des Mittelohrs. Typisch für das Auftreten einer chronischen Schleimhauteiterung ist die eitrige oder schleimige Sekretion aus dem Mittelohr. Gleichzeitig besteht eine Schwerhörigkeit.

Die Ursache für das häufige Auftreten einer chronischen Schleimhauteiterung ist noch nicht lückenlos geklärt. Eine chronische Mittelohrentzündung liegt immer dann vor, wenn ein bestehender Trommelfelldefekt in der Mitte des Trommelfells besteht. Dies kann im einfachsten Fall durch eine Verletzung geschehen, wenn der Defekt nicht mehr selbst verheilen kann. Eine andere Möglichkeit sind wiederholte akute Mittelohrentzündungen die das Trommelfell dauerhaft schädigen können. Dennoch ist in vielen Fällen die Ursache nicht geklärt.

Welche Symptome treten bei einer chronischen Schleimhauteiterung auf?
Die typischen Symptome sind ein geruchloser, leicht schleimiger oder wässriger und selten eitriger Ausfluss aus dem Ohr sowie eine Schwerhörigkeit. Diese Flüssigkeit rinnt nicht ständig ab, sondern zwischen Phasen der Sekretion liegen auch wieder lange Phasen (Monate bis Jahre) in denen sich keine Symptome zeigen. Verstärkt wird dieser Ausfluss aus dem Ohr durch Wasser, vor allem nach Schwimmbadbesuchen. Durch das eintretende Wasser kommt es zu einer Entzündung des Mittelohrs, was sich wiederum durch ein "rinnendes Ohr" bemerkbar macht. Zudem können auch Kopfschmerzen und ein dumpfes Gefühl im Ohr vorkommen.

Wie kann der Arzt eine chronische Mittelohrentzündung feststellen?
Neben den typischen Symptomen mit Ausfluss aus dem Ohr und einer zunhemenden Schwerhörigkeit sieht der Arzt bei der Untersuchung mit dem Ohrmikroskop einen Defekt am Trommelfell und eine Veränderung am Trommelfell und eventuell den Gehörknöchelchen. Zudem wird er eine Hörprüfung durchführen um den Grad der Hörminderung abschätzen zu können.

Wie wird eine chronische Schleimhauteiterung des Mittelohres behandelt?
Die Therapie besteht in einer Operation des Trommelfells. Durch den Eingriff soll der Trommelfelldefekt wieder repariert werden, die Entzündung im Mittelohr soll abklingen und das Gehör wieder verbessert werden. Der dazu nötige Eingriff wird Tympanoplastik genannt.

Was wird bei dieser Operation gemacht?(Myringoplastik, Tympanoplastik)
Die Operation, die zur Behandlung einer chronischen Schleimhauteiterung durchgeführt wird, nennt der Arzt Tympanoplastik. Manchmal erwähnt er auch den Begriff der Myringoplastik. Bei einer Myringoplastik wird lediglich das Trommelfell gedeckt, das Mittelohr ist bei dieser Operation nicht betroffen. Bei einer Tympanoplastik wird das Mittelohr im Gegensatz zur Myringoplastik mit feinen Bohrern und Fräsen und mit Hilfe eines Ohrmikroskops eröffnet. Es handelt sich dabei um mikrochirurgische Eingriffe. Je nach Fortschreiten und Erkrankung entscheidet der Arzt über die genaue Art der Operation. Bei der Tympanoplastik unterscheidet man zwischen fünf verschiedenen Typen (Typ I-V), wobei in aller Regel nur die ersten drei Typen zur Anwendung kommen. Beim Typ I wird lediglich das defekte Trommelfell repariert, die Gehörknöchelchenkette wird vom Arzt genau inspiziert, es werden aber keine Manipulationen im Mittelohr vorgenommen. Ein Typ II wird angewendet wenn Teile der Gehörknöchelchenkette defekt sind. Die Gehörknöchelchenkette befindet sich im Mittelohr und hat sowohl Anschluss ans Trommelfell als auch Anschluss an eine kleine Membran zum Innenohr. Sie besteht aus drei kleinen Köchelchen (Hammer, Amboss, Steigbügel) und dient der Schallübertragung. Ist diese Kette defekt - wie das bei einer chronischen Mittelohrentzündung der Fall sein kann - dann funktioniert diese Schallübertragung nicht ausreichend und eine Hörminderung ist die Folge. Bei der Tympanoplastik Typ II bleibt diese Gehörknöchelchenkette erhalten. Bei der Typmpanoplastik Typ III haben schwere Veränderungen im Mittelohr dazu geführt, dass die Ohrknöchelchenkette nicht mehr zu erhalten ist, lediglich der Steigbügel kann bei dieser Operation noch erhalten bleiben. Dieser wird bei der Operation direkt mit dem Trommelfell verbunden, so dass die Schallübertragung jetzt dirket vom Trommelfell auf den Steigbügel übertragen wird.



Welche Massnahmen sind vor und nach der Operation nötig?
Die Operation sollte nur in einer Phase durchgeführt werden, in der die chronische Schleimhauteiterung deutlich abgeklungen ist. Da die Krankheit in Phasen abläuft, mit Episoden stärkerer Entzündung und Ausfluss aus dem Mittelohr und Phasen mit geringer Entzündung ohne Ausfluss aus dem Mittelohr, sollte diese zweite Phase zur Operation abgewartet werden. Liegt eine Entzündung mit Ausfluss aus dem Ohr vor, muss eine Vorbereitung stattfinden. Meist wird dies so vorbereitet, dass etwa zwei Wochen vor der Operation ein Abstrich aus dem Ohr genommen wird um festzustellen, welche Erreger die Entzündung verursachen. Dann wird das Ohr unter Zuhilfenahme des Mikroskops gründlich gereinigt. Ist das Ohr gereinigt, werden Streifen eingelegt. Diese Streifen werden über mehrere Tage eingelegt, was zu einem Abheilen der Entzündung führen sollte. Besteht trotz Streifenbehandlung weiterhin ein "rinnendes Ohr" wird meist ein Antibitikum vor und nach der Operation verwendet.

Nach der Operation wird der Arzt zur Kontrolle ob noch ein Sekretfluss besteht in aller Regel ein Streifen ins Ohr einlegen. Dieser verbleibt dort in aller Regel ca. drei Wochen und wird dann vom Chirurgen entfernt. Dann wird der Arzt meist noch Ohrentropfen für einige Zeit verschreiben, die der Patient zwei mal am Tag ins Ohr tropfen muss. Ist auch nach der Operation noch ein Ausfluss aus dem Ohr zu beobachten, dann wird der eingelegte Streifen meist zum Teil entfernt und durch andere Streifen wieder ersetzt.

Welche Komplikationen können bei so einer Operation auftreten?
Über mögliche Komplikationen der Narkose, wird Sie der Narkosearzt (Anästhesist) aufklären. Komplikationen die während der Operation am Ohr auftreten können sind eine Blutung während der Operation oder eine Infektion nach der Operation. Bezüglich der Blutungsgefahr wird der Arzt eine Befragung über die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten machen, ebenso wird in aller Regel der Narkosearzt eine Befragung durchführen ob eine erhöhte Blutungsneigung besteht. Im allgemeinen ist die Blutungsgefahr bei dieser Operation aber gering.

Als spezielle Komplikation, die bei einer Tympanoplastik auftreten kann, gilt die Innenohrschwerhörigkeit. Diese tritt meist mit einer gewissen Verzögerung von wenigen Tagen auf, weshalb häufig während des stationären Aufenthalts Hörprüfungen durchgeführt werden. Der Streifen im Ohr und der Verband über dem Ohr stören dabei nicht, da der Schallgeber für die Hörprüfung am Knochen hinter dem Ohr angesetzt wird. Ebenso finden enventuell Gleichgewichtsprüfungen statt, die eine Beteilung des Gleichgewichtsorgans feststellen sollen. Eine weitere Komplikation ist eine Lähmung des Gesichtsnerves (Nervus Fazialis, Fazialislähmung). Die Lähmung kann sehr selten unmittelbar nach der Operation auftreten als Zeichen einer Operationskomplikation, manchmal auch mit ein paar Tagen Verzögerung, dann ist die Ursache eine Vireninfektion des Nerves. Zeichen einer solchen Lähmung sind ein herabhängender Mundwinkel und die Unfähigkeit den Mund zu spitzen oder die Nase zu rümpfen. In einem solchen Fall wird der Arzt wahrscheinlich ein Mittel gegen die Viren verabreichen.

Wie ist das Gehör nach diese Operation?
Das Ergebnis der Operation hängt stark davon ab, welche Operation durchgeführt wurde. Die Operationstechnik ist abhängig vom Grad der Schädigung, die duch die chronische Mittelohrentzündung eingetreten ist. Während bei einem reinen Verschluss des Trommelfells und einer intakten Gehörknöchelchenkette (Myringoplastik oder Tympanoplastik Typ I) die Ergebnisse in aller Regel sehr gut sind, so besteht bei einer defekten oder nicht mehr vorhandenen Gehörknöchelchenkett in den meisten Fällen ein Gehörverlust. Wie groß dieser sein wird, kann der Arzt in einem Gespräch unter Berücksichtigung aller Befunde abschätzen.


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