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HNO - Hals- Nasen- Ohrenkrankheiten


 

Nasenbluten (Epistaxis)

Das Nasenbluten wird im Fachbegriff als Epistaxis bezeichnet. Das Nasenbluten ist lediglich ein Symptom und keine eigenständige Erkrankung für das es viele Ursachen gibt. Prinzipell muss man zwischen lokal bedingtem Nasenbluten und symptomatischen Nasenbluten unterscheiden. Lokal bedingtes Nasenbluten entsteht durch mechanische Irritation an einem Venengeflecht am Naseneingagn, dem sogenannten Locus Kiesselbach oder bei Nasenbeinbrücken durch direkte Verletzung der Schleimhaut.

Symptomatisch kann es durch verschiedene systemische Ursachen zum Nasenbluten kommen:

  • Fieberhafte Infektionskrankheiten, z.B. Grippe
  • Gefäß- und Kreislaufkrankheiten: Arterielle heftige Blutungen aus größeren Gefäßen bei Arteriosklerose, Diabetes Mellitus, Autoimmunvaskulitiden, Hypertonie oder Nierenerkrankungen.
  • Hämorrgagische Diathesen: bei Hämophilie, Thrombopathien, Leukämien oder Lebererkrankungen.

Welche Maßnahmen und Therapie können bei einem Nasenbluten durchgeführt werden?
Die Behandlung von Nasenbluten hängt stark vom Ort der Blutungsquelle und von der Stärke der Blutung ab. Bei leichten Blutungen im vorderen Bereich reicht manchmal ein Zusammendrücken der Nasenflügel aus um die Blutung zu stoppen, während vor allem beim symptomatischen Nasenbluten ärztliche Hilfe nötig ist. Gerade das symptomatische Nasenbluten kann sehr starke Ausmaße annehmen und binnen kurzer Zeit zu einem starken Blutverlust führen. Ein starker Blutverlust kann letztlich zum Schock, Organversagen und schließlich zum Tod des Patienten führen. Starkes Nasenbluten ist deshalb ein Notfall, der die Verständigung eines Notarztes benötigt.



Allgemeine Maßnahmen

  • Aufrecht sitzen und Liegen mit nach vorne gebeugtem Kopf. Den Kopf nicht nach hinten beugen, dadurch würde das Blut lediglich hinten über den Rachen verschluckt werden und die Kontrolle über das Ausmaß der Blutung ist dann nicht mehr möglich. Außerdem führt ein Verschlucken von Blut zu Übelkeit und Erbrechen, was die Therapie massiv erschweren kann.
  • Bei Blutung aus dem vorderen Abschnitt kann man die Nasenflügel für einige Minuten zusammendrücken.
  • Kalte Umschläge am Nacken können leichte Blutungen reduzieren.

Entscheidender und wichtiger sind jedoch die örtlichen Maßnahmen. Sie geschehen unter Sicht bei Verwendung eines Nasenspekulums in Oberflächenbetäubung. Hier stehen dem Arzt hauptsächlich zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Die umschriebene punktförmige Ätzung mit z.B. einer Chromsäureperle oder Elektrokoagulation bei umschriebener kleiner und gut erreichbarer Blutungsquelle.
  • oder die Tamponade

Die Nasentamponade ist eine häufig angwandte Methode zur Behandlung von Epistaxis, da die Blutung oft diffus und die Blutungsquelle nicht immer genau eroierbar ist. Man unterscheidet hier:

a) vordere Tamponade:
Mit Gazestreifen, die meist mit Salbe getränkt sind wird die Nasenhöhle schichtweise austamponiert. Meist wird auch die (nicht blutende) Gegenseite wegen des Gegendruckes mittamponiert. Die Gefahr die dabei besteht ist, daß die Tamponade in den Rachen abrutschen kann, weshalb Patienten mit Nasentamponaden, sei es durch Epistaxis oder durch postoperative Tamponierung nach Nasenoperationen meist einer stationären Betreuung bedürfen.

b) Ballonkatheter:
Eine zweite Möglichkeit die blutende Schleimhautstelle abzudichten ist das Legen eines aufblasbaren Ballonkatheters. Damit können sowohl vordere wie auch hintere Blutungen abgedeckt werden, ist aber gelegentlich bei hinteren Blutungen weniger effektiv als die Bellocque Tamponade, aber für den Patienten etwas angenehmer als diese.

c) Hintere Tamponade = Bellocque Tamponade
Diese ist erforderlich bei arteriellem Nasenbluten aus den hinteren Nasenpartien, falls die vordere Tamponade nicht ausreicht, und bei Blutungen aus dem Nasenrachenraum (z.B. nach Tumoroperationen).

Ausführung:
Die Enden eines dünnen Gummischlauches werden durch beide Nasenseiten in den Nasenrachenraum vorgeschoben und aus dem Mund wieder herausgeleitet. An diesen Enden werden zwei starke Fäden mit einem Gazetupfer oder einem Schaumstoffstück angebunden. Beim Zurückziehen des Gummischlauches aus der Nase wird der Tupfer mit einem Finger durch die Mundhöhle in den Nasenrachenraum geschoben (sehr unangenehm für den Patienten). Die Fäden werden (nachdem noch eine vordere Tamponade beiderseits zusätzlich ausgeführt ist) am Naseneingang über einem zweiten Tupfer festgeknüpft. Zum Mund lose herausgeleitete Fäden dienen der späteren Entfernung der Tamponade.

d) Blutung trotz Tamponierung:
Läßt sich die Blutungsquelle trotz Tamponierung nicht stoppen kommt als letzte Maßnahme noch Unterbindungen bzw. Clips von Ästen der A. maxillaris (v.a. A. sphenopalatina) in Frage. Alternativ steht auch eine Angiografie und selektive Embolisation als Möglichkeit zur Verfügung.


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