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HNO - Hals- Nasen- Ohrenkrankheiten


 

 

Bösartiger Tumor des Zungengrundes und der Gaumenmandel: Syn: Tonsillenkarzinom, Zungengrundkarzinom, bösartiger Tumor der Mandeln, Krebs an der Zunge oder an den Mandeln.

Auch im Bereich des Zungengrundes oder der Gaumenmandel - im Fachbegriff Tonsillen genannt - kann es zum Auftreten eines bösartigen Tumors kommen. Es handelt sich dabei meist um Tumoren der Epithelzellen der Schleimhaut (sog. Plattenepithelkarzinome) oder in selteneren Fällen auch um Tumoren des Lymphgewebes, vor allem wenn die Tonsillen betroffen sind.

Die Schleimhaut der Mundhöhle besteht zum überwiegenden Teil aus übereinandergestapelten, platten Zellen, weshalb der Arzt dieses Epithel als Plattenepithel bezeichnet. Unter einem Karzinom versteht der Arzt ein bösartiger Tumor, der vom Epithelgewebe ausgeht, in diesem Fall von Plattenepithel. Somit ist ein Plattenepithelkarzinom des Zungengrundes ein bösartiger Tumor, der von den Epithelzellen der Mundschleimhaut ausgeht. Ein bösartiger Tumor kennzeichnet sich durch unkontrollierte Zellvermehrung, der Fähigkeit zum Einbruch in andere Gewebe und Strukturen (Gefäße, Nerven, Knorpel, Knochen, etc) und der Fähigkeit zur Ausbildung von Ferngeschwülsten (Metastasen) aus. Neben den platten Zellen der Schleimhaut kann bei einem Tonsillenkarzinom auch das Lymphgewebe entarten, ein Lymphom ist entstanden.

Als Risikofaktor für die Ausbildung eines Plattenepithelkarzinoms der Gaumenmandel oder des Zungengrundes gelten vor allem Rauchen, häufig in Kombination mit schlechtem Zahnstatus und chronischem Alkoholmissbrauch. Die Patienten sind meist Älter. Die oben beschriebenen Risikofaktoren findet man recht häufig bei Patienten mit Tonsillen- oder Zungengrundkarzinom, sind jedoch nicht verpflichtend notwendig. Auch Menschen ohne chronische Nikotin- oder Alkoholabhängikeit können an einem derartigen Tumor erkranken. Die Ursache für das Auftreten eines Lymphoms ist weitgehend unverstanden. Patienten die ein Lymphom entwickeln, sind meist jünger, auch die oben genannten Risikofaktoren gelten für das Lymphom nicht. Weder Rauch, noch Alkoholabhängigkeit kommen als Risikofaktoren in Frage, wenn es sich um ein Lymhpom handelt.

Welche Symptome treten bei einem bösartigen Tumor der Mandeln auf?
Wie die meisten Tumore, machen auch Tumore der Mundhöhle, des Zungengrundes oder des Rachens sehr spät Symptome. Alle Symptome treten erst recht spät auf. Dazu gehören einseitige Schluckbeschwerden als frühestes, auftretendes Symptom, dazu evt. Stiche ins Ohr und im weiteren Verlauf eine klosige Sprache. Weiter fortschreitend kommt es zu Mundgeruch und zum Auftreten von geschwollenen, nicht schmerzhaften und nicht oder nur wenig verschieblichen Lymphknoten.



Welche Untersuchungen wird der Arzt durchführen?
Neben der Befragung (Anamnese) wird der Arzt zuerst die Mundhöhle inspizieren. Bei Verdacht auf einen Tumor sieht der Arzt Geschwüre auf der Gaumenmandel, bei der Betastung der Tonsille erscheint diese verhärtet, ein Übergreifen auf die Gaumenbögen und den Zungengrund ist möglich, was die Prognose leider stark verschlechtert. Die Geschwüre an den  Tonsillen sind meist belegt, das Gaumenzäpfchen manchmal zur Seite verlegt. Meist ist nur eine Tonsille betroffen - im Gegensatz zu den meisten Entzündungen der Mandeln, die häufig beide Seiten befallen - Ausnahme und auch wichtige Unterscheidungskrankheit ist die Plaut-Vincent Angina.

Neben der Inspektion der Mundhöhle wird der Arzt bei Verdacht auf eine tumoröse Erkrankung eine Biopsie durchführen. Eine Biopsie ist die Entfernung eines kleinen Stückchens Gewebe aus dem verdächtigen Areal. Dies kann in örtlicher Betäubung geschehen. Danach wird der Arzt die Lymphknoten des Halses abtasten. Auch eine Ultraschalluntersuchung des Halses wird fast immer durchgeführt. Weitere Ultraschalluntersuchungen des Bauches (Fachbegriff: Oberbauchsonografie) sowie Röntgenuntersuchungen (Röntgen des Brustkorbes: Thoraxröntgen) werden vor allem zur Suche von Metastasen eingesetzt.

Welche Therapie ist möglich?
Hat sich der Verdacht auf einen Tumor bestätigt, so hängt es vom Stadium des Tumors und von der Tumorart ab, wie therapiert wird. Kleinere Tumore werden  primär chirurgisch durch eine Operation versorgt. In Frage kommt hier die sog. erweiterte Tonsillektomie, bei der neben den Gaumenmandeln (Tonsillen) auch noch Muskelgewebe des Gaumensegels entfernt wird. Ob diese chirurgische Therapie alleine ausreicht, oder ob eine Bestrahlung danach angefügt werden muss, hängt von der Ausbreitung des Tumors ab. Bei weiter fortgeschrittenen Tumoren, wird meist zu Beginn operiert, danach eine Strahlentherapie oder eine kombinierte Strahlen- Chemotherapie angefügt. Sind auch Lymphknoten befallen, kann es sein, dass sich der Arzt entscheidet auch die Lymphknoten des Halses zu entfernen, was im Fachbegriff als Neck dissection bezeichnet wird. Bei bestimmten Tumorarten (sog. Transitionallzell Karzinomen, Transicional cell carcinoma, bei Lymphomen oder Tumoren des lymphoepithelialen Gewebes) kann es sein, dass primär, ohne chirurgische Therapie eine Bestrahlung durchgeführt wird.

Wie ist die Prognose dieser Erkrankung?
In der Medizin wird als Maß für die Prognose die sog. 5 -  Jahres Überlebensrate angegeben. Dies wird deshalb gemacht, weil bei bösartigen Tumoren auch noch nach Jahren Metastasen auftreten können und somit der Begriff "Heilung" leider mit einer gewissen Vorsicht behaftet ist.  Mit der 5-Jahres Überlebensrate wird die Prozentzahl an Menschen angegeben, die nach fünf Jahren ab Diagnosestellung noch am Leben sind. Sie ist beim Karzinom der Mundhöhle wie bei allen Tumoren stark vom Stadium abhängig. Bei sehr früh erkannten Tumoren liegt die 5-Jahresüberlebensrate bei 70% und höher, bei fortgeschrittenen Tumoren, vor allem wenn bereits Lymphknoten befallen sind, sinkt sie auf unter 20% ab. Tumoren die rein auf die Mandel beschränkt sind haben eine bessere Prognose als Tumoren, die auf den Zungengrund sich ausgebreitet haben.


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HNO ist die Abkürzung für Hals-Nasen-Ohren und stellt ein medizinisches Fachgebiet dar.

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