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Physiologie des Menschen


 

 

BLUT

 

ZUSAMMENSETZUNG UND AUFGABE DES BLUTES

Das Blutvolumen des erwachsenen Menschen beträgt etwa 6-8% seines Körpergewichtes. Der Hämatokrit beträgt beim Mann 46%, bei der Frau 41%. Erythrozyten betragen etwa 5*10 E6 (bei der Frau 4,5*10 E6) auf 1 Mikroliter (1mm³) (davon sind ca. 1%Retikulozyten), 4000-10000 Leukozyten und 150.000 bis 300.000 Thrombozyten. Etwa 67% der Leukos sind Granulozyten, 27% Lymphozyten, 6% Monozyten. Die flüssige Phase des Blutes ist das Plasma, dessen Osmolalität ca. 290mosm/kg H²O und u.a. 65-80g Proteine/l enthält, davon etwa  3 rel.% Fibrinogen. Wird dieses bei der Gerinnung verbraucht, entsteht aus Plasma Serum.  Bei der elektrophoretischen Trennung des Serums findet man 60 rel.% Albumin, 4% Alpha 1 Globuline, 8% Alpha2 Globuline, 12% Beta Globuline und 16% Gammaglobuline.

 Die wichtigsten Aufgaben des Blutes sind

  • Transportfunktion: Blut ist in erster Linie Transportmedium. Es transportiert die Atemgase physikalisch frei oder chemisch gebunden. Des weiteren transportiert es Hormone, Vitamine, Nährstoffe und Elektrolyte. Blut verteilt aufgrund der großen Wärmekapazität seines Wassers die im Stoffwechsel gebildete Wärme und sorgt für ihre Abführung über die Atemorgane und die Körperoberfläche.
  • Milieufunktion: Bei seinem Kreislauf durch den Körper werden die Zusammensetzung und die physikalischen Eigenschaften des Blutes ständig kontrolliert und, wenn nötig, korrigiert, so daß der Zustand der Homöostase, d.h. die weitgehende Konstanz der gelösten Stoffe, der Temperatur und des pH gewahrt bleibt.
  • Abwehrfunktion: Diese Fähigkeit ist vor allem an phagozytierende und Antikörperbildende Zellen gebunden


Die speziellen Funktionen des Blutplasmas sind

  •  Nährfunktion: Die 200g Plasmaproteine die in den 3L Plasma eines Erwachsenen gelöst sind stellen ein schnell verfügbares Energiereservoir dar. Die Zellen des Reticuloendothelialen Systems sind dabei, im Unterschied zu den meisten anderen Körperzellen, in der Lage Proteine als gesamtes aufzunehmen und sie in die AS abzubauen, die dann ins Blut abgegeben werden und dort eine schnell verfügbare AS Quelle darstellen.
  • Vehikelfunktion: zahlreiche kleinmolekulare Stoffe werden im Blut an Plasmaeiweiße gebunden.
  • Unspezifische Trägerfunktion: dabei binden die Plasmaeiweiße Kationen in nichtdiffusibler Form. So sind z.B. ca. 2/3 des Plasmacalciums an Plasmaproteine gebunden. Diese Bindung ist pH abhängig. Bei Alkalose ist sie verstärkt.
  • Erzeugung des kolloidosmotischen Drucks: Plasmaproteine sind aufgrund ihrer geringen molaren Konz. nur gering am Gesamtosmotischen Druck des Plasmas beteiligt, sie sind aber unerläßlich zur Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Drucks (KOD). Dieser ist mitbestimmend für die Verteilung von Wasser zwischen Plasma und Interstitium da die Plasmaproteine, im Vergleich zu den anderen osmotisch wirksamen Teilchen des Plasmas, kaum permeabel ist. Vor allem Albumin ist dabei wegen seiner hohen Konz. wichtig. Störungen der Albuminkonz. führen zu einem Interstitiellen Ödem.
  • Pufferfunktion: Eiweiße sind ampholyte, die pH abhängig OH oder H+ Ionen binden können.

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