
Die Niere gehört zu den am stärksten durchblutenden Organen. Allein ein fünftel des Herzzeitvolumens fallen auf die Niere, der Großteil davon verteilt sich auf die Rinde, nur knapp 10 Prozent der Durchblutung fallen auf das Mark. Versorgt wird die Niere über die A.renalis der Bauchaorta. Im weiteren Verlauf kommt es zur Aufteilung in die Aa. interlobares und schließlich in die Aa. arcuata, die zwischen Rinde und Mark der Niere verlaufen. Davon gehen rindenwärts die Aa. interlobulares, aus denen schließlich Arteriolen, die Vasa afferentia, entspringen die schließlich im Glomerulus enden. Das glomeruläre Kapillarnetz mündet schließlich in die vasa eferentia. Von dort aus beginnt gleich das zweite Kapillarnetz, das peritubuläre Kapillarnetz. Somit sind in der Niere zwei Kapillarnetze hintereinadergeschaltet.
Die funktionelle Einheit der Niere, das Nephron kommt in zwei verschiedenen Varianten vor.
Die Nierendurchblutung besitzt die Möglichkeit der Autoregulation. Diese Autoregulation besagt, daß sich der renale Plasmafluß (RPF) nur wenig ändert, wenn der RR im Körperkreislauf zwischen 80mmHg und 180mmHg variiert wird. Dies ermöglicht der Niere die Arbeit bei wechselnden Drücken aufrecht und konstant zu halten. Fällt dieser allerdings unter diesen kritischen Wert, wie das beim Schock der Fall z.B. der Fall sein kann, ist eine Gegenregulation nicht mehr möglich, die Durchblutung fällt rasch ab, und die Filtration versiegt: ein akutes Nierenversagen ist entstanden.
Messung der Nierendurchblutung
Die Nierendurchblutung (renaler Blutfluß) kann durch Messung des renalen Plasmaflusses mit Hilfe einer Testsubstanz (Paraaminohippurat PAH: die Sekretion von PAH ist so stark, daß bereits bei einer einzigen Nierenpassage 90% aus dem Blut entfernt werden kann) nach dem Fickschen Prinzip bestimmt werden. Dabei gilt: Die Menge PAH / Zeit die arteriell in die Niere fließt minus der Menge PAH / Zeit die die Niere verläßt ist gleich der Menge PAH / Zeit die ausgeschieden wird. Da Menge / Zeit = Volumen / Zeit * Konzentration ergibt sich folgende Beziehung:
1. (RPF * P aPAH) - (RPF * P vPAH) = V * U PAH nach Umformung gilt
2. RPF = V * U PAH / (P aPAH - P vPAH)
RPF: renaler Plasmafluß
V: Urinzeitvolumen
v PAH: renal-venöse PAH Konz.
a PAH: arterielle PAH Konz. (oft alleinig verwendet, da vPAH nur 1/10 von aPAH beträgt)
U PAH: PAH Konz. im Urin
RBF: renaler Blutfluß: kann aus dem Hkt Wert dann aus RPF / 1-Hkt berechnet werden.
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