
Die Kontrolle des Wasser- und Salzhaushaltes hat einen wesentlichen Einfluss auf die Homöostase im menschlichen Organismus. Eine Störung der Osmolarität führt zu Flüssigkeitsverschiebungen und zur Gefahr von Ödem. Die extra- und intrazellulären Körperflüssigkeiten haben mit wenigen Ausnahmen, ein Osmolalität von ca. 290 mosm/kg Wasser. Die Reglulation der Osmorität wird von speziellen Zellen im Hypothalamus reguliert. Neben den Osmorezeptoren des Hypothalamus sind in der Regulation des Wasser- und Salzhaushaltes noch das ADH (=Vasopressin) als Hormon und die Niere als dessen Zielorgan beteiligt, ebenso das Aldosteron, welches die NaCl- Ausscheidung regelt. Bei Wassermangel wird ADH im Hypothalamus über den Hypophysenhinterlappen ausgeschieden. Diese Adiuretin bewirkt in der Niere den Einbau von Hydroporen im Bereich des distalen Tubuslus, was eine verminderte Wasserausscheidung durch erhöhte Rückresorption von Wasser zur Folge hat. Der Durst ist eine unangenehme Empfindung der zur Auffüllung des Körperwassers auffordert.
Bei einem Wasserüberschuß wird die Ausschüttung von ADH gehemmt. Herrscht ein Salzmangel so wird vom Körper eine erhöhte Osmorität gemessen, was zu einer verminderten ADH-Ausschüttung führt, die Wasserausscheidung steigt dadurch. Durch die Ausscheidung von Wasser kommt es zu einer Abnahme des EZR und damit auch des Plasmavolumens, was zu einer Erhöung des Salzgehaltes im Blut führt. Ein weiterer Mechanismus ist der Renin-Angiotensin-Aldosteron Mechanismus. Bei Abnahme des Plasmavolumens sinkt der Blutdruck, was zu einer Ausschüttung von Renin aus den juxtamedullären Zellen der Niere führt. Dieses Renin bewirkt eine Umwandlung von Angiotensinogen in Angiotensin II. In der Lunge wird mit dem Angiotensin Converting Enzyme das Angiotensin I in Angiotensin II umgewandelt. Dieses löst Durst aus und stimuliert seinereseit Ausschüttung von Aldosteron aus der Nebennierenrinde. Die Ausschüttung des Aldosteron bewirktdie Resorption von Natrium in der Niere, es kommt zur Retention von Natrium. Beim Salzüberschuß kommt es zur Umkehr dieses Mechanisums, zu einer vermehrten ADH Ausschüttung und zur verminderten Angiotensin II Freisetzung.
Der Salzhaushalt wird also im wesentlichen auch über die Wasserausscheidung reguliert. Dies hat auch klinische Konsequenzen. Oft wird im Rahmen der Elektrolytkontrolle das Natrium im Blut bestimmt. Eine Störung des Natriums wie z.B. die Hyponatriämie ist nicht immer gleichbedeutend mit „Salzmangel“, sondern kann gleichermaßen auch „Wasserüberschuss“ bei normalem Natrium bedeuten. Dies ist klinisch gesehen sogar recht oft der Fall und diuretische Maßnahmen mit Ausscheidung von Wasser können dann therapeutisch eingestezt werden.
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