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Physiologie des Menschen


 

Die physiologische Wirkung von atrialem natriuretischem Peptid (ANP) und BNP (brain natriuretic peptid)

Ein weiteres Hormon in der Regulation des Salzhaushaltes ist das ANP, das atriale natriuretische Peptid, manchmal auch als Atriopeptin bezeichnet. Der Name rührt vom Herkunftsort und Ausscheidungsort dieses Hormons, dem Vorhof des Herzens (Atrium dexter und sininster). Das Herz hat somit auch hormonelle Funktionen! Ein erhöhtes extrazelluläres Volumen führt zu einer Erhöhung des Plasmavolumens. Diese erhöhte Volumen im Gefäßsystem bewirkt eine Dehung der Zellen im Vorhof des Herzens, was den Reiz für die Ausschüttung des ANP bewirkt. ANP führt zu einer Senkung der Reninfreisetzung, zu einer Senkung der Aldosteronynthese und zu einer Senkung der Vasopressin Ausschüttung und so schließlich zu einer vermehrten Ausscheidung von Salz und letztlich auch Wasser in der Niere. Merkhilfe für das ANP: Vorhof voll --- Blase voll. Der Blutdruck sinkt und die Volumensbelastun des Herzens geht zurück. Neuerdings wurde auch nachgwiesen, dass ANP nicht nur in den Vorhofzellen des Herzens, sondern auch von Zellen des ZNS produziert werden.

Das BNP im Gegensatz dazu ist das sog. brain natriuretic Hormon. Diese Bezeichnung erhielt es, weil es zuerst im Gehirn von Schweinen nachgwiesen werden konnte. In weiterer Folge konnte das Hormon in den Herzventrikeln von Menschen nachgewiesen werden. Ebenso wie das ANP spielt das BNP eine wichtige Rolle im Natrium Haushalt und in der Blutdruckregulation. Die Homologie zum ANP ist sehr eng, der Metabolismus und die Genexpression des BNP unterscheiden sich jedoch vom ANP. Die Ausschüttung des BNP geschieht ebenfalls über eine Dehnung, dieses mal über die Dehung der Ventrikelzellen des Herzens. Die Folge ist ebenso eine Abnahme des Plasmavolumens und eine Erhöhung der Salzausscheidung.

Das BNP – genauer die Messung dessen Spaltproduktes (das Nt-pro-BNP) – spielt heute eine wesentliche Rolle in der Diagnostik von Herzerkrankungen, allen voran der Herzinsuffizienz und dessen zugrundeliegenden Krankheiten wie dem Myokardinfarkt, Bluthochdruck oder Kardiomyopathien. Alle dieser Erkrankung können einen Anstieg des BNP bewirken.


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