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Physiologie des Menschen


 

HERZ-KREISLAUF-SYSTEM

 

HERZ-KREISLAUF-SYSTEM

Das Herzkreislaufsystem ist ein geschlossenenes System mit einer zentralen Pumpe, dem Herzen und ein geschlossenes Schlauchsystem. Das Blut gelangt vom rechten Vorhof in die rechte Kammer, von dort aus über die Pulmonalarterien in die Lunge wo das Blut oxigeniert wird und zurück über die Lungenvenen, das jetzt arterialisiertes Blut erhält zurück zum Herzen in den linken Vorhof. Dieser Lungenkreislauf wird als kleiner Kreislauf dem großen Kreislauf gegenübergestellt. Vom linken Vorhof gelangt das Blut in die linke Kammer und von dort aus über die Aortenklappe in die Aorta und den großen Kreislauf. Die Arterien zweigen von dort in alle Körperregionen ab und verzweigen sich in imemmer kleinere Gefäße bis hin zu den Arteriolen, die sich schließlich in die Kapillaren aufteilen. In den Kapillaren findet der Stoffaustausch zwischen dem Blugefäßsystem und dem Zellstoffwechsel statt. Über die kleinen Venolen und die immer größer werdenden Venen gelangt das Blut wieder zurück zum Herzen in den rechten Vorhof.

Das Gesamtvolumen des Blutes im Gefäßsystem beträgt rund 4,5-5,5 Liter wobei sich ca. 80% in den Venen, im rechten Herz und in den Gefäßen des kleinen Kreislaufs. Dieses System wird zusammenfassend als Niederdrucksystem bezeichnet,  da der Blutdruck dort relativ niedrig ist. Das Niederdrucksystem kennzeichnet sich vor allem durch seine hohe Kapazität und Dehnbarkeit aus. Bei weiterer Füllung des Blutgefäßsystems wird vor allem das Niederdrucksystem und der rechte Vorhof belastet. Umgekehrt ist bei einem zu kleinen Volumen fast ausschließlich das Niederdrucksystem verkleinert.

Das Herzzeitvolumen (HZV) ist das Blutvolumen, das pro Zeiteinheit  vom Herzen ausgeworfen wird. Es errechnet sich aus Herzfrequenz mal Schlagvolumen und beträgt in Ruhe ca. 5 l/min. Bei Erhöhung des Volumens oder Erhöhung der Frequenz des Herzens kann das HZV massiv ansteigen, was zu einer Druckbelastung des Gefäßsystems führt. Das HZV verteilt sich auf die im großen Kreislauf  „parallel geschaltenen“ Organe (Herz, Gehirn, Magen-Darm, Muskeln, Niere,....) einerseits nach der Lebenswichtigkeit der Organe, andererseits nach dem momentanen Bedarf, der Lungenkreislauf hingegen erhält das ganze HZV, da er zum großen Kreislauf „in Serie“ (hintereinander) „geschaltet“ ist.
Das Kreislaufsystem wird so reguliert, dass im Notfall (Schock) eine ausreichende Durchblutung der lebenswichtigen Organe gewährleistet ist. Als Lebenswichtiges Organ gilt vor allem das Gehirn, aber auch die Niere. Auch die Herzmuskeldurchblutung darf nicht abfallen, da ein Versagen des Herzens den gesamten Kreislauf in Mitleidenschaft ziehen würde. Dies geschieht meist über sog. autoregulatorische Mechanismen.


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