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Physiologie des Menschen


 

Mechanismus des Schrittmacherpotentials

Für die Entsehung der langsamen diastolischen Depolarisationen sind nach heutiger Vorstellung im Sinusknoten andere Mechanismen verantwortlich als im ventriculären Erregungsleitungssystem. Zunächst besteht im Sinusknoten ständig eine erhöhte Leitfähigkeit für Natrium, die eier Annäherung des Membranpotentials an das Kalium Gleichgewichtspotential entgegenwirkt (Das Ruhepotential anderer Zellen entspricht ja in etwa dem des Gleichgewichtpotentials für Kalium). Das Membranpotential wird daher auf einem recht niedrigen Niveau gehalten und das schnelle Natriumsystem bleibt deshalb (soweit überhaupt vorhanden) weitgehend inakiv. Während der Repolarisation des AP steigt die Kaliumleitfähigkeit über den Ruhewert hinaus was das Membranpotential in Richtung Kaliumgleichgewichtspotential verschiebt. Das Membranpotential erreicht dadurch sein maximal diastolisches Potential (MDP). Langsam kehrt aber die Kaliumleitfähigkeit wieder auf den Ruhewert zurück, wodurch sich das Membranpotential wieder vom Kalium Gleichgewichtspotential entfernt und sich dabei der Schwelle zur Aktivierung des langsamen Calciumeinstroms nähert, der auch für Natrium durchlässig ist und dadurch für den Aufstrich des AP verantwortlich ist. Die AP des Sinusknoten entsprechen somit in etwa den Calcium AP des depolarisierten Arbeitsmyokards. Ähnlich verläuft dies im AV Knoten. Im ventriculären Erregungsleitungssystem dagegen ist die oben genannte Grundnatriumleitfähigkeit gering, so daß das Membranpotential im Anschluß an das AP relativ hohe Werte erreichen, die eine weitgehende Erholung des Natriumleitsystems ermöglichen. Für die nun folgende diastolische Depolarisation ist im Unterschied zum Sinusknoten ein spezieller Ionenkanal verantwortlich, der durch die Repolarisation zu hohen zu hohen Membranpotentialen aktiviert wird und sowohl Natrium als auch Kalium passieren läßt. Die Auslösung der AP geschieht durch Aktivierung des schnellen Natriumeinstroms, was in der hohen Aufstrichgeschwindigkeit der AP zum Ausdruck kommt. Sinus- und AV Knoten zeigen deshalb einen steilen Verlauf des MDP und eine geringe Aufstrichgeschwindigkeit im Gegensatz zum ventriculären Erregungsbildungssystem. Die Plateaudauer ist im Sinus- und AV-Knoten kürzer (es kann zur schnelleren Wiedererregung kommen) als im ventriculären System.


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