
Während der Schwangerschaft dient die mütterliche Plazenta dem Stoffaustausch zwischen Fetus und Mutter. Das Blut wird im Fetus nach den ihm eigenen Bedürfnissen verteilt: Das HZV beträgt ca. 0,25 l/min pro kg Körpergewicht, die Herzfrequenz 130-160/min. Bezüglich der Blutzufuhr besitzt der fetale Kreislauf einige anatomische Besonderheiten. Nach Arterialisierung des fetalen Blutes in der Plazenta gelangt das Blut über die Nabelvene in den Fetus und umgeht anschließend im Ductus venosus z.T. die Leber. Bei der Einmündung in die cava inf. kommt es zu Mischung mit venösem Blut aus der unteren Körperhälfte. Gelenkt durch spezielle Falten der Hohlvene, gelangt dieses Mischblut vom rechten Vorhof durch ein Loch im Vorhofseptum (Foramen ovale) direkt in den linken Vorhof und von dort in die linke Kammer. Dabei findet im rechten Vorhof ein Kreuzen (nur geringe Vermischung) mit dem venösen Blut aus der oberen Hohlvene statt, das in die rechte Kammer aufgenommen wird. 1/3 davon gelangt in die Lunge (hoher Strömungswiderstand), 2/3 treten durch den Ductus arteriosus in die Aorta über, in der, wegen des geringen peripheren Widerstandes (Plazenta), ein relativ niedriger RR herrscht. Mit dem teilarterialisierten Blut aus dem linken Ventrikel werden die Arterien von Kopf und Oberkörper versorgt. Erst nach deren Abgang aus der Aorta mündet das venöse Blut des Ductus arteriosus ein. Für den unteren Teil des Körpers steht somit ein relativ Sauerstoffarmes Blut zur Verfügung. Der Großteil davon gelangt über die Nabelarterien wieder zur Plazenta zurück, wo erneut eine Sauerstoffaufladung geschieht.
Diese anatomischen Besonderheiten ändern sich bei der Geburt schlagartig . Durch den Pco²-Anstieg im Blut wird eine Inspirationsbewegung ausgelöst und ein Unterdruck im Thoraxraum entsteht. Dadurch wird die Nabelvene leergesaugt und andererseits entfaltet sich die Lunge. Die Lungenentfaltung senkt den Widerstand im Lungenkreislauf, während der Widerstand im Körperkreislauf wegen der sich selbst verengenden Nabelschnur ansteigt. Es kommt dadurch zur Änderung des Flußrichtung im Ductus arteriosus. Der Lungenkreislauf erhält so noch einige Tage nach der Geburt Aortenblut. Die Füllung des rechten Vorhofs wird vermindert (Plazentablut fehlt), die des linken Vorhofs steigt (Lungendurchblutung steigt). Das so entstehende Druckgefälle vom linken zum rechten Vorhof schließt mittels Falten das Foramen ovale. Dieser wächst später wie alle anderen zu, was später im Herzen als Fossa ovalis übrigbleibt. Damit sind Körper und Lungenkreislauf in Serie geschaltet, das Neugeborene auf die neuen Druckverhältnisse angepasst.
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