
Der Bewegungsapparat des Menschen besteht aus dem knöchernen Skelett, den Sehnen, Bändern, Faszien und Muskeln. Der Bewegungsapparat dient dem aufrechten Stand und der Fortbewegung des Menschen. Erkrankungen des Bewegungsapparates sind meist durch Unfälle (Traumen), degenertive Erkrankungen ("Abnützung" im Alter) oder Entzündungen (meist unklarere Ursache) bedingt. Tumoren des Bewegungsapparates sind relativ selten, können aber vorkommen. Die Knochen, die Knochenverbindungen und die Hilfseinrichtungen (Sehnen, Bänder) werden als passiver Bewegungsapparat der Muskulatur als aktiver Bewegungsapparat gegenübergestellt.
Grundlage des Bewegungsapparates bildet das knöcherne Skelett. Der Knochen ist aus speziellem Bindegewebe - dem Knochengewebe - aufgebaut. Das Knochengewebe besteht aus Zellen (den Osteozyten) und der dazwischen befindlichen interzellulären Substanz. Diese interzelluläre Substanz besteht aus sehr harten Calzium-phosphat Kristallen, die die typische Härte des Knochens ausmachen. Zudem befinden sich reichlich kollagene Fasern im Knochen, die den Knochen bis zu einem gewissen Maße biegfähig machen. Diese Härte und Steifigkeit aber auch die Biegfähigkeit des Knochens darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich beim Knochen um sehr vitales und lebendiges Gewebe handelt. Es finden dauernd Umbau-, Abbau- und Aufbauprozesse im Knochen statt. Der Knochen kann somit auf äußere Belastungen reagieren. Für diesen Umbau sind vor allem auch die knochenbildenden Zellen zuständig. Sie werden als Osteozyten bezeichnet, wobei man zwei Formen von Osteozyten unterscheidet: die knochenaufbauenden (osteoblastischen) Knochenzellen und die knochenabbauenden (osteoklastischen) Zellen. Durch die Bindung von sehr viel Calzium stellt der Knochen auch ein Reservoir für den Calziumhaushalt dar. Der Knochen ist imstande bei Calziummangel im Blut das nötige Calzium zu liefern, kann aber auch bei Calziumüberschuss Kalzium binden, so dass der Blut-Calziumspiegel konstant gehalten wird.
Der Feinbau des Knochens ist durch ringförmige Strukturen gekennzeichnet. Dieser Feinaufbau wird als Lammellenknochen bezeichnet. Dies ist die überwiegende Form im erwachsenen Körper, die zweite Form - der Geflechtknochen - kommt beim Erwachsenen nur mehr geringfügig (im Bereich der Schädelknochen z.B.) vor und besteht im Grunde aus verknöchertem Bindegewebe. Der weitaus häufigere Lamellenknochen zeigt eine deutliche und typische, lamellenartige Schichtung. In der Mitte einer Lamelle befindet sich ein zentrales Gefäß. Rundherum um dieses Gefäß befinden sich ringartig angeordnet die Knochenzellen und schließlich die kollagenen Fasern und die harte Zwischenzellsubstanz aus Calziumkristallen.
Es gibt sehr viel verschiedenartig geformte Knochen, die sowohl in Größer als auch in der Gestalt sehr unterschiedliche Formen aufweisen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen den Röhrenknochen (z.B. Oberschenkelknochen, Oberarmknochen, etc.) und den platten Knochen (z.B. die Schädelknochen). Im Querschnitt zeigen diese Knochen einen typischen Aufbau. Außen befindet sich eine dichte Schicht, die beim Röhrenknochen als Substantia compacta bezeichnet wird, folgend von einer inneren, schwammartigen Schicht, der Substantia spongiosa. Beim platten Knochen sind die Bezeichnungen etwas anders: hier wird die kompakte Schicht als Lamina externa und Lamina interna und die Spongiosa als Diploe bezeichnet. Um den Knochen herum ist die Beinhaut (Periost) angelegt. Es handelt sich um eine dünne, gut durchblutete und vor allem stark nerval versorgte Bindegewebsschicht. Im inneren von platten oder Röhrenknochen befindet sich die Markhöhle, die das Knochenmark enthält.
Die Vielfalt in der Gestalt der Knochen wird anatomisch in fünf verschiedene Gruppen eingeteilt:
Bei einem Röhrenknochen unterscheidet man den Schaft, der als Diaphyse bezeichnet wird von den Epiphysen, die die jeweiligen Enden der Knochen darstellen. Zwischen der Epiphyse und der Diaphyse befindet sich die Metaphyse, welche die Wuchszone des Knochens darstellt. Den Abschluss der Epiphyse bildet die Epiphysenfuge. Diese Fuge ist beim wachsenden Menschen nicht verknöchert und ermöglicht so ein Längenwachstum des Knochens. Ist das Wachstum des Knochens abgeschlossen verknöchert diese Fuge, ein weiteres Wachstum ist dann nicht mehr möglich.
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