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Somatologie für Pflegehelfer


 

Entzündung

Die Entzündung ist eine universelle Reaktion des Körpers auf zelluläre Schäden. Auslöser für eine Entzündungsreaktion können Erreger (Viren, Bakterien, Pilze), Gewebszerstörung mit der Enstehung von Gewebstrümmern, Fremdkörper oder das körpereigene Gewebe sein. Letzteres ist ein Sonderfall. Aus noch unklaren Ursachen kann es manchmal zu einer Entzündung gegen körpereigenes Gewebe kommen. Ein Erreger oder ein anderer schädlicher Einfluss kann nicht festgestellt werden. Solche Erkrankungen werden als Autoimmunerkrankungen bezeichnet.

Typische Zeichen der Entzündung

Eine Entzündung weist typische Veränderungen auf. Sie werden zusammengasst unter dem Rubor, Calor, Tumor, Dolor und functio laesa:

  • Rubor: unter Rubor versteht man ein Rötung als typisches Entzündungszeichen
  • Calor: unter Calor versteht man eine Überwärmung der entzündeten Region
  • Tumor: unter einem Tumor versteht man die entzüdungsbedingte Schwellung
  • Dolor: Dolor ist der Schmerz, der bei einer Entzündung entsteht
  • Functio laese: darunter versteht man die eingeschränkete Funktion eines Entzündungsareals.

Eine Entzündung ist primär eine Gewebsreaktion, die später den gesamten Organismus betreffen kann. Während der Entzündung werden verschiedene Gewebsfaktoren (Histamin, Kinine u.v.m) als Reaktion auf die Schädigung ausgeschüttet. Diese Gewebsfaktoren bewirken eine erhöhte Durchlässigkeit der Endothelien, wodurch vermehrt weiße Blutkörperchen auswandern können. Leukozyten und Gewebsmakrophagen ("Fresszellen") versuchen den Erreger zu bekämpfen und aufzulösen - es entsteht dabei eine Exsudat, der Eiter.



Die Gewebsfaktoren bewirken auch eine systemische Reaktion. Es kommt zum Fieber, die Bildung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) wird angeregt und erhöht, ebenso werden bestimmte "Entzündungsproteine" vermehrt produziert. Das bekannteste dieser Proteine ist das CRP (C-reaktive Protein). Fieber in Verbindung mit einem erhöhten Wert an Leukozyten und CRP im Blut sprechen sehr stark auf eine bakterielle Entzündung. Virale Entzündungen beispielsweise verursachen zwar oft Fieber, das CRP und die Leukozytenzahl im Blut bleiben hingegen unbeeinflusst. So können Leukozytenzahl und CRP als zur Unterscheidung zwischen bakterieller und nicht bakterieller Entzündung herangezogen werden. Diese Unterscheidung zwischen zwei Krankheiten wird übrigens Differenzialdiagnose bezeichnet.

Ist die Ursache beseitigt so kommt es zur Heilung. Fibroblasten (Bindewebszellen) wandern ein und unter dem Einfluss von Gerinnungsfaktoren kommt es zur Ausbildung eines empfindsamen Granulationsgewebes, bis schließlich der Defekt geheilt wird.

Kann die Ursache vom Körper nicht beseitigt werden so entsteht eine chronische Entzündung. Diese kann entweder aus einer akuten und nicht abheilenden Entzündung enstehen, oder - wie im Falle von sehr vielen Autoimmunerkrankungen - primär von Beginn an chronisch verlaufen.

 


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