
Zu den wichtigsten Erkrankungen des Atemtraktes gehören die Lungenentzündung (Pneumonie), die Tuberkulose, das Asthma bronchiale, das Lungenempyhsem, die Bronchitis sowie die bösartigen Tumoren der Lunge.
Bei der Pneumonie handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung der Lunge, bedingt durch Bakterien, Viren oder selten auch Pilze. Manchmal kann auch eine Reizung durch giftige Gase oder nach einer Aspiration (vor allem Erbrochenes (Magensäure!)) zu einer Pneumonie führen.
Grundsätzlich wird zwischen einer primären und einer sekundäre Pneumonie unterschieden. Primäre Pneumonien betreffen gesunde Menschen ohne besondere Risikofaktoren, eine sekundäre Pneumonie entsteht auf dem Boden eines Risikofaktors. Solche Risikofaktoren sind lange Bettlägrigkeit, Immunschwäche (bei Tumorerkrankungen, Medikamenten, chronische Entzündungen, Alkoholismus, Diabetes Mellitus, etc. ).
Meist wird eine Pneumonie durch Bakterien ausgelöst. Die wichtigsten Bakterien hierfür sind Pneumokokken und Staphylokokken. Viren verursachen seltener Pneumonien, Pilze sehr selten und praktisch nur bei Immunschwäche. Bei der Entzündung kann entweder ein ganzer Lappen oder ein Lungenflügel betroffen sein.
Welches sind die Symptome einer Pneumonie?
Die "typische" Pneumonie beginnt akut Fieber, Schüttelfrost, Husten mit eitrigem Auswurf und reduziertem Allgemeinzustand. Eine "atypische" Pneumonie wird meist durch Viren verursacht und zeigt häufig nur wenig an Auswurf oder Fieber, hier sind Gelenksbeschwerden sowie Kopfschmerzen häufige Zusatzsymptome.
Wie diagnostiziert man eine Lungenentzündung?
Die Diagnose wird zu Beginn meist anhand der typischen klinischen Symptomatik gestellt. Ein Auskultation (typisch: Rasselgeräusche, im Klinischen oft kurz RG´s genannt) sowie ein Lungenröntgen mit den typischen Pneumoniezeichen komplettieren die Untersuchung.
Wie wird eine Pneumonie therapiert?
Die Therapie ist abhängig von der zugrunde liegenden Ursache. Eine bakterielle Pneumonie wird mit Antibiotika behandelt, während dies bei einer viralen Pneumonie nicht möglich ist. Ansonsten können nur die Begleitsymptome (Kopfschmerzen, Fieber, Sekretlöser etc.) therapiert werden.
Die Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die durch das Mykobakterium Tuberkulosis hervorgerufen wird. Prinzipiell kann der gesamte Organismus betroffen sein, primär ist jedoch die Lunge betroffen.
Eine Infektion mit dem Tuberkelbakterium ist noch nicht gleichbedeutend mit der Ausbildung der Erkrankung. Nur etwa 5-10 Prozent der infizierten Personen erkranken an einer Tuberkulose, bei den restlichen Personen ist das Immunsystem in der Lage die Bakterien in "Schach zu halten".
Die Infektion mit Tuberkulose geschieht meist durch Tröpfcheninfektion bei Patienten mit offener Tuberkulose. Unter offener Tuberkulose versteht man infizierte Personen, bei denen das Tuberkelbakterium im Sputum (= Auswurf beim Husten) nachweisbar ist. Die meisten mit dem Krankheitsbild einer Tuberkulose haben eine geschlossene Tuberkulose, das bedeutet, dass keine Tuberkel Bakterien im Sputum nachweisbar sind. Andere Übertragungswege (Nahrungsmittel Schmierinfektion, sexuelle Übertragung, Blutübertragung, etc.) sind mögliche, jedoch weitaus seltener.
Die Infektion mit Tuberkelbakterien führt in Bereichen der Lunge zu kleinen Entzündungen mit Befall der Lymphknoten. Diese Entzündung wird als Primärkomplex bezeichnet. In den meisten Fällen, ist das Immunsystem in der Lage, die Entzündung einzudämmen. Die Symptome in diesem Stadium können Fehlen oder sehr milde Verlaufen. Es kommt zu leichtem Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme.
Bei den meisten Patienten, die sich mit Tuberkulose angesteckt haben, bricht die Krankheit erst zu einem späteren Zeitpunkt aus. Man spricht in einem solchen Fall von der sekundären oder postprimären Tuberkulose.
Die Symptome sind über Wochen anhaltender Husten mit Abhusten von gelblich-grünem Schleim, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, subfebrile Temperaturen zum Abend hin und Nachtschweiß. Beim Husten können Schmerzen in der Brust auftreten und es kann zu Atemnot kommen.
Neben diesen Lungenerscheinungen kann es auch zur Ausbreitung der Tuberkelbakterien in die Organe kommen. Die Symptome sind dann sehr vielgestaltig, je nach Organsystem.
Wie wird eine Tuberkulose diagnostiziert?
Neben der klinischen Symptomatik stehen eine Reihe von Tests zur Verfügung um eine Tuberkulose nachzuweisen. Ein Test, der häufig durchgeführt wird ist der sog. Tuberkulin Test. Hier werden Tuberkulose-Antigen ("gereinigte Bestandteile von Tuberkelbakterien") in die Haut gespritzt. Kommt es innerhalb der ersten drei Tagen zu einer Hautreaktion, so spricht dies dafür, dass der Patient bereits Kontakt mit Tuberkelbakterien hatte (was nicht bedeuten muss, dass er Krankheitssymptome hatte - da ja die meisten Infektionen unkompliziert verlaufen).
Weiters wichtig in der Diagnosestellung ist das Lungenröntgen. Hier sieht man ganz typische Veränderungen im Röntgenbild. Eine Computertomografie oder ein MRT (Magnetresonanz Tomografie) sind ebenfalls möglich.
Der direkte Erregernachweis bei Patienten mit offener Tuberkulose ist möglich, wenngleich sehr schwierig und aufwendig. Während die meisten Bakterien sehr einfach durch mikrobiologische Tests und Züchtungen nachweisbar sind, ist das Tuberkelbakterium sehr schwer zu züchten und nachzuweisen.
Wie wird eine Tuberkulose therapiert?
Eine symptomatische Tuberkulose wird mit einer Mischung verschiedener Antibiotika behandelt. Eine Impfung ist zwar erhältlich, wegen der geringen Wirksamkeit ist deren Anwendung jedoch nicht empfohlen.
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