
Stoffwechselstörungen betreffen krankhafte Prozesse im Aufbau- Umbau- oder Abbau von Proteinen, Kohlenhydraten oder Fetten, sowie der Vitamine und Mineralstoffe. Zu den wichtigsten Stoffwechselstörungen gehören die Störung des Purinstoffwechsels, was zur Gicht führt, Störungen im Fettstoffwechsel mit der Folgewirkung einer Arteriosklerose und schließlich als eine der wichtigsten Erkrankungen in der Medizin, der Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit) als Ausdruck einer Störung im Kohlenhydratstoffwechsel.
Die Gicht (Urikopathie) ist eine Störung des Purin Stoffwechsel. Die Gicht verläuft in Schüben, wobei es zu Ablagerung von Harnsäurekristallen (sog. Urate) in Gelenke oder Niere kommen kann. Purine sind Grundbausteine der DNA. Der Körper ist deshalb selber in der Lage Purine zu bilden, er kann jedoch Purine auch über die Nahrung aufnehmen. Besonders Lebensmittel mit "viel DNA" wie Wurst, Fleisch oder ganz besonders die Innereien von Tieren enthalten viel Purine. Im Organismus werden Purine zur Harnsäure abgebaut und über die Niere ausgeschieden. Ist die Ausscheidungsfähigkeit für Harnsäure in der Niere gestört ("angeborene" Gicht) oder fallen zuviel Purine an (z.B. unter einer Therapie mit Zytostatika gehen sehr viele Zellen zugrunde - somit ist auch viel DNA abzubauen) entsteht das Krankheitsbild der Gicht, da die Harnsäure zu Kristallen ausfällt und sich in Gelenken und Nieren ablagert.
Alkohol fördert das Auftreten einer Gicht, da die Abbauprodukte des Alkohols mit der Harnsäure in der Niere quais konkurriert und so die Ausscheidung der Harnsäure - die ohnehin schon schlecht ist - noch mehr vermindert wird.
Akute und chronische Gicht
Im akuten Gichtanfall kommt es zur hochakuten Entzündung eines Gelenks. Der Begriff chronische Gicht wird bei Patienten mit Gelenkdestruktionen angewandt. Hierbei kommt es zu Ablagerung von Harnsäurekristallen in die Gelenke.
Der akute Gichtanfall ist durch plötzliche, starke Schmerzen in einem Gelenk gekennzeichnet. Selbst geringe Berührung löst eine heftige Schmerzreaktion aus. Das Gelenk ist gerötet, stark geschwollen und überwärmt - außerdem kommen allgemeine Entzündungszeichen wie Fieber, vermehrte Leukozyten und erhöhte Harnsäurewerte, selten auch Kopfschmerzen hinzu. Typischerweise ist das Großzehengrundgelenk betroffen, man nennt das Podagra (wörtlich: „Steigbügel“, da ein Podagra-Betroffener nicht ohne Schmerzen in einen Steigbügel hineinkommt). Diese Patienten verspüren einen so starken Schmerz, dass die Bettdecke üblicherweise gemieden wird und der Fuss freigliegt. Der Gichtanfall hält unbehandelt in der Regel drei Tage an, die Dauer der Anfälle kann im Krankheitsverlauf zunehmen.
Von einer chronischen Gicht spricht man, wenn durch mehrere akute Schübe die Gelenke zerstört werden. Auch kommt es sehr oft zur Bildung von Nierensteinen und zur Nierenstörung.
Wie wird eine Gicht diagnostiziert?
Neben der typischen Klinik ("Podagra") kann man einen erhöhten Harnsäurewert im Blut messen. Dieser ist abhängig von der Nahrung und von anderen Schwankungen, d.h. dass der Harnsäurewert auch normal sein kann bei einer Blutabnahme und trotzdem eine Gicht bestehen kann. Im akuten Fall kommt es auch zu einem Anstieg der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Bei einer chronischen Gicht sieht man typische Veränderungen im Röntgenbild.
Wie wird eine Gicht therapiert?
Im akuten Anfall werden Schmerzmittel verabreicht. Zudem kann zur Minderung der Entzündung auch Kortison kurzfristig eingesetzt werden. Daneben gibt es Medikamente die die Harnsäureausscheidung fördern (Allopurinol ist hier der Wirkstoff). Die wichtigste Maßnahme ist jedoch die Vorbeugung eines Gichtanfalles durch adäquate Ernährung.
Ernährungsrichtlinien
Untenstehend findet man eine kleine Auflistung von Produkten, gereiht nach ihrem Gehalt an Purinen.
Wenig Purine enthalten Milch, Joghurt, Ei, Kürbis, Paprika, Kartoffel, Apfel, Vollkornbrot, Weißbrot, Emmentaler Käse. Viel Purine sind enthalten in Forelle, Hering, Sprotten, Grillhähnchen, Leber, Niere, Kalbsbries, Kernfleisch, Fleischbrühe, Suppenwürfel u.v. An Getränken sollten vor allem alkoholische Getränke (v.a. Bier) gemieden werden. Auch Cola wirkt sich ungünstig auf eine Gicht aus.
Störungen des Cholesterinstoffwechsels sind insofern von Bedeutung, dass es bei einem permanent erhöhten Cholesterinwert im Blut zu einer Arteriosklerose der Gefäße mit allen Folgewirkungen kommen kann. Die Ursachen für einen erhöhten Cholesterinwert sind vielfältig und von genetischen wie auch Umweltfaktoren abhängig. An wichtigsten Umweltfaktoren sei der übermäßige Fettkonsum, die Adipositas und der Bewegungsmangel angeführt. All diese Faktoren führen üblicherweise zu einem erhöhten Blutcholesterinwert. Danben spielen aber auch genetische Faktoren in der Verstoffwechselung und im Transport des Cholesterins im Blut (siehe Fettsoffwechsel) ein Rolle. So gibt es auch verhältnismäßige Normalgewichtige oder eher dünne Menschen, die einen erhöhten Cholesterinwert im Blut aufweisen können. Übergewicht ist sehr häufig auch ein Zeichen dafür, dass eine Störung im Fettstoffwechsel vorliegt, es muss aber nicht zwangsläufig mit einem erhöhten Cholesterinwert verbunden sein.
Die Maßnahmen die zur Therpie bei Fettstoffwechselstörungen gesetzt werden liegen somit im Bereich der Umweltfaktoren - Gewichtsabnahme, Diätumstellung, Bewegung - als auch in der Therapie durch Medikamente (Cholesterinsenker).
An Blutuntersuchungen wird der Cholesterinwert und die Lipoproteine HDL, LDL und VLDL untersucht. Wie bereits im Fettstoffwechsel beschrieben, ist vor allem das Verhältnis des "guten" HDL zum "schlechten" LDL wichtig für die Risikoabschätzung einer Arteriosklerose.
weiter---- Startseite --- Somatologie im Überblick
Hier finden Sie Informationen zum Fach Somatologie für die Ausbildung zur Pflegehilfe nach dem österreichischen Curriculum.