Logo

Somatologie für Pflegehelfer


 

Krankhafte Veränderungen des Bewegungs- und Stützapparates

Hierzu zählen Veränderungen an den Gelenken, Sehen, Bändern, Muskeln und Knochen.

Untersuchungsmethoden bei Gelenks-, Weichteil- und Knochenerkrankungen

Für die Diagnose von Gelenks- oder Knochenerkrankungen sind bildgebende Verfahren unerlässlich. Hierzu werden Sonografie, Röntgenuntersuchung, Computertomografie, Magnetresonanztherapie sowei eine Arthroskopie eingesetzt.

Die Sonografie

Unter einer Sonografie versteht man die Untersuchung mittels Ultraschallwellen. Dieses Verfahren wird mittlereweile in fast jeder Disziplin angewendet, da damit fast alle Organe (Ausnahme vor allem die Lunge welche nur sehr beschränkt beurteilt werden) und Strukturen beurteilt werden können, die zugänglich sind. Nicht zugängliche Bereiche (wie z.B. das Gehirn wegen der Schädelknochen - Ausnahme Säuglinge über die Fontanelle) können nicht beurteilt werden. In der Gynäkologie, Chirurgie (Abdomensono), Interne (Herzultraschall) und zahlreichen anderen medizinischen Fächern ist die Ultraschalluntersuchung nicht mehr wegzudenken, da Sie gänzlich komplikationslos ist und meist keine oder nur geringe (z.B. nüchtern bei Abdomensono) Vorbereitung braucht.

Die Röntgenuntersuchung

Die Röntgenuntersuchung wird vor allem angwendet um knöcheren Strukturen zu beurteilen. Aber auch Organe (v.a. Lunge) können dargestellt werden, manchmal unter Zuhilfenahme von Kontrastmitteln. Für die Anwendung von Kontrastmitteln dürfen keine Allergien vorhanden sein, ebenso muss eine ausreichende Nierenfunktion vorhanden sein. Eine vorliegende Schwangerschaft muss immer abgefragt werden, da für Schwangere besonders strenge Indikationsstellungen gelten. Da Röntgenstrahlen Tumore auslösen können, muss immer auf eine genaue Indikation geachtet werden, wobei gesagt werden muss, dass die Strahlenbelastung bei einer einfachen Röntgenuntersuchung mittlerweile äußerst gering ist.

Die Computertomografie

Die Computertomografie ist ebenfalls eine Untersuchung mit Röntgenstrahlen. Hier werden schichtweise Aufnahmen gemacht und im Computer nachbearbeitet. So entsteht ein Schichtbild der jeweils untersuchten Region. Vor allem Organe können mit dieser Methode wesentlich besser dargestellt werden, auch Gefäße oder relativ kleine Strukturen sind gut zu erkennen.

Die Magnetresonanztomografie (MRT, oder im englischen MRI - von Magnetic Resonance Imaging)

Bei dieser Untersuchung werden ebenfalls Schichten angelegt. Eine Magnetresonanzuntersuchung funktioniert mit starken Magenetfeldern, eine Strahlenbelastung durch Röntgenstrahlen kommt nicht vor, weshalb diese Untersuchung auch bei Schwangeren durchgeführt werden kann. Vorsichtig muss man deshalb aber mit Metallteilen oder Schrittmachern sein. Das MRI bildet im Gegensatz zu Röntgen oder CT sehr gut auch weichere Strukturen ab, weshalb Knorpel, Gehirn, Leber oder andere Organe sehr gut beurteilt werden können. Die Untersuchung ist aber auch sehr teuer, weshalb die Indikationsstellung demensprechend eng gestellt werden muss.

Arthroskopie

Die Arthorskopie ist eine Untersuchung speziell der Gelenke. Hier wird in Narkose mit einer Optik in das Gelenk (meist Kniegelenk) eingeführt um die Gelenkstrukturen (Bänder, vor allem das Kreuzband, die Menisken und die Knorpel) beurteilt werden. Gleichzeitig kann bei positivem Befund auch gleich interveniert werden.



Degenerative Veränderungen des Bewegungsapparates

Darunter versteht man Veränderungen im Bereich der Glenke, Sehnen oder Bänder, die durch "Abnutzung" oder im Alter auftreten können. Hierzu zählt man vor allem die Arthrose der Gelenke. Unter einer Arthrose versteht man ein Knorpelverlust an den Gelenken, dieser kann klinisch asymptomatisch oder mit Schmerzen einhergehen. Am häufigsten findet man eine Arthrose an Kniegelenk, Hüftgelenk oder den Fingergelenken.

Es gibt zahlreiche Ursachen, die zu einer Arthrose führen können. Beim Säugling oder Kleinkind kann eine angeborene Hüftdysplasie zur Arthrose führen. Verletzungen - z.B. eine Kreuzbandverletzung - können Gelenke instabil machen und so die Arthrose fördern, am häufigsten tritt eine Arthrose jedoch als "Begleiterscheinung" des Alters auf. Treten Symptome auf, so ist z.B. bei einer Hüftarthrose ein typisches Zeichen der Anlaufschmerz. Darunter versteht man die typische Schmerzverstärkung bzw. das typische Schmerzauftreten zu Beginn einer Belastung, z.B. Hüftgelenksschmerzen nach dem Aufstehen vom Stuhl nach längerer Sitzphase oder morgens nach dem Aufstehen. Auch Schmerzen unter Belastung können auftreten. Schwellung, Überwärmung oder ein Steifigkeitsgefühl der Gelenke sind weitere Symptome.

Die Diagnose gelingt meist über bildgebende Verfahren wie das Röntgen oder ein MRI. Eine Therapie richtet sich je nach Ausmaß und Alter des Patienten. Zu Beginn wird meist eine physikalische Therapie (v.a. Bewegungstherapie) eingesetzt, meist zeitglich mit Schmerzmitteln. Evt. werden Injektionen ins Gelenk verabreicht (Cortison, Schmerzmittel, Hyaloronsäure). Schließlich steht als letzte Möglichkeit noch die Operation mit der Einbringung eines künstlichen Gelenks zur Verfügung.


weiter---- Startseite --- Somatologie im Überblick


 

 

 

 

Links

 

Hier finden Sie Informationen zum Fach Somatologie für die Ausbildung zur Pflegehilfe nach dem österreichischen Curriculum.